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Brasilien: Grüner Raubbau

So wie die Palmölplantagen in Malaysia und Indonesien, stehen auch die Zuckerrohrplantagen in Brasilien im Verdacht, wertvollen Regenwald zu zerstören. Brasiliens Regierung betont, dass für Zuckerrohrplantagen kein Regenwald geopfert werde; die Flächen seien landwirtschaftliches Brachland. Es wird auch häufig argumentiert, dass Zuckerrohr im Amazonasgebiet nicht gedeiht.

So ganz kann das nicht stimmen. 2007 befreiten eine Sondereinheit der brasilianischen Bundespolizei und Agenten des Arbeitsministeriums Arbeiter einer Zuckerrohrplantage des einheimischen Agrarkonzerns Pagrisa in Bundesstaat Para am Unterlauf des Amazonas aus sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen. Brasiliens Präsident Lula da Silva hat die Eingreiftruppe gegründet, um krasse Formen von Ausbeutung zu verhindern. Doch trotz einzelner Plantagen im Amazonasgebiet spielt Zuckerrohr nur eine untergeordnete Rolle beim Raubbau am Regenwald.

Mehr als 80 Prozent des brasilianischen Zuckerrohrs stammen aus dem Südwesten des Landes - weit vom Amazonas entfernt. Drei Viertel der gerodeten Fläche im Amazonasgebiet gehen auf das Konto der Viehbarone, schätzen brasilianische Umweltorganisationen. Auch illegaler Holzeinschlag und der Sojaanbau machen der grünen Lunge zu schaffen ....

(Copyright & Auszug aus dem Buch: "Der grüne Betrug - Wie echter Klimaschutz zwischen Tagespolitik und Lobbyismus auf der Strecke bleibt" | Autor: Martin Gerth)