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Küche bleibt Branchenprimus - Polster überrascht - Wirtschaftliche Lage durchwachsen

 

 

Als ‚durchwachsen‘ bezeichnen die Fachverbände der Möbelindustrie mit Sitz in Herford nach Angaben ihres Hauptgeschäftsführers Dr. Lucas Heumann die wirtschaftliche Lage der Branche bis zum 3. Quartal 2015. Grundlage bilden die nunmehr öffentlichen Ergebnisse verbandsinterner Statistiken in den Bereichen Wohnmöbelindustrie, Polstermöbelindustrie und Küchenmöbelindustrie.

Nach Angaben von Dr. Heumann handelt es sich dabei um die repräsentativsten Erhebungen für die Entwicklung des Marktes in den betreffenden Sektoren in Deutschland, da an den verbandsinternen Erhebungen auch inländische Vertriebsgesellschaften mit Produktionsstandorten im Ausland sowie ausgewählte ausländische Unternehmen mit einer großen Marktbedeutung für die Bundesrepublik teilnehmen. Hierin – so Dr. Heumann – liegt der wesentliche Unterschied zwischen den Auftragsstatistiken der Verbände einerseits und den amtlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes andererseits.

Zartes Auslandswachstum bei Wohnen und Schlafen
Die Ergebnisse für die ersten drei Quartale 2015 fallen nach Sparten sehr differenziert aus. Im Wohn- und Schlafraummöbelsektor hat sich im Verlauf des Jahres die Zahl der Auftragseingänge verbessert: Endete das 1. Quartal 2015 noch mit einem deutlichen Minus – d.h. mit einem Rückgang der Auftragseingänge – so bewegte sich das 2. Quartal nach Worten von Dr. Heumann bereits „um die Nulllinie“, während im 3. Quartal nun ein leichter Zuwachs an Auftragseingängen festzustellen ist.

Zum 30.09.2015 liegen die Auftragseingänge im Wohn- und Schlafraumsektor um 1,4 % über denjenigen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei stagnieren zwar faktisch die Auftragseingänge aus dem Inland mit einem nicht ins Gewicht fallenden, nur mathematischen Zuwachs von +0,8 %, während die Auftragseingänge aus dem Ausland jedoch signifikant um +2,8 % steigen.

Polstermöbelindustrie im Plus bei steigendem Durchschnittpreis
Besser ist die Bilanz im Polstermöbelsektor. Nach einem schwachen 1. Quartal liegen die Auftragseingänge der Branche durchgängig im Plus. Zum Ende des 3. Quartals schließt der Polstermöbelsektor mit einem Zuwachs an Auftragseingängen in Höhe von +3,8 % ab. Anders als im Wohn- und Küchenmöbelsektor fällt hier das Inlandsgeschäft besser aus als das Auslandsgeschäft. Die Zuwächse aus dem Inland liegen summarisch bei +4,2 %, diejenigen aus dem Ausland bei nur +2,7 %.

Erfreulich ist nach Angaben des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie e.V. der ganzjährig anhaltende Trend steigender Durchschnittspreise. Die Gründe sieht der Verband einerseits in steigenden Kosten insbesondere aufgrund der Entwicklung der Lederpreise, aber auch in einem unveränderten Trend zur Integration von elektronischen und mechanischen Funktionen in Polstermöbeln – eine Entwicklung, die besonders im deutschsprachigen Raum nachgefragt wird. Diese Mehraufwände steigern zwar die Kosten, können aber auf Grund der Nachfrage mit einem größeren Spielraum für bessere Margen weitergegeben werden.

Küchenmöbelindustrie gewinnt weitere Märkte im Ausland
Durchweg erfreulich ist schließlich die Entwicklung in der Küchenmöbelindustrie. Hier zeichnet sich zum Ende des 3. Quartals ein starker Zuwachs aus mit einer Zunahme der Auftragseingänge um +8,1 %. Besonders stark ist die Auftragssteigerung aus dem Ausland mit +14,4 %, geringer aus dem Inland mit +4,5 %.

Dr. Heumann wörtlich: „Die Entwicklung im Auslandsgeschäft führen wir auf die unverändert hohe Leistungsfähigkeit unserer Branche im internationalen Geschäft zurück. Die deutsche Küchenmöbelindustrie ist die leistungsfähigste der Welt, sie deckt alle Design- sowie Preisvorstellungen der Verbraucher ab und unterscheidet sich von vielen Konkurrenten durch ein Höchstmaß an logistischer Perfektion und Servicestandards. Gerade das ist verantwortlich, dass wir im internationalen Vergleich weiter Marktanteile gewinnen.“ (Quelle: Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein Westfalen e. V. - 11/2015)

 

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