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Forstwirt? Traumjob für junge Männer

Von Uli Krug

Dieser Job ist manchmal kalt und nass, meistens anstrengend und auch nicht ganz ungefährlich: Der Lehrberuf des Forstwirts nämlich, wie die Waldarbeiter sich mit berechtigtem Stolz nach drei Jahren Lehrzeit nennen dürfen. Und doch ist er auch ein Traumberuf für junge Männer –und nicht nur für sie–, die körperlich fit, naturverbunden und teamfähig sind und keine Lust haben, den Tag am Schreibtisch zu verbringen.

Dennis Kaltenbach (18 Jahre), der momentan sein drittes Lehrjahr am forstlichen Stützpunkt Königsfeld, also im Staatswald, macht, ist so ein junger Mann. Er liebt den Forst und die Arbeit im Holz liegt ihm im Blut: Opas und Onkel waren schon Forstwirte oder auch Schreiner. Ihm und seinem Freund und Kollegen Daniel Wälde fällt das ­Stillsitzen an den zehnstündigen Blockunterrichtstagen, die zur Ausbildung auch dazu gehören, viel schwererer als die sieben Kilo schwere Motorsäge mit ruhiger Hand zu führen.

Dennis Kaltenbachs Vorbild ist zugleich auch sein Ausbilder: Forstwirtschaftsmeister Jürgen Lehmann, der derzeit fünf jungen Männern alles beibringt, was ein Forst-Profi können und wissen muss. Das ist nicht wenig: Mathe und Deutsch sollten deshalb auf dem Hauptschulabschlusszeugnis nicht zu schlecht ausgefallen sein.


Tannenholz kommtnach Japan
Wichtig ist natürlich auch ein gutes Auge: Das beweisen Dennis Kaltenbach und seine Mit-Azubis an einer mächtigen Weißtanne aus dem Forst des Revierleiters von Mönchweiler, Ernst Matthes. Dessen mächtige Tannen mit bis zu 45 Metern Wipfelhöhe sind ein Exportschlager: Ihr schweres und dichtes Holz eignet sich optimal zur Herstellung von Totenbrettern, wie sie in Japan in rituellem Gebrauch sind. Dorthin wandert das Tannenholz über Kehl und Rotterdam nämlich – nachdem Dennis und die anderen die Bäume punktgenau gefällt haben – und bringt dem Forst dadurch über 120 Euro pro Festmeter.

Der Königsfelder Revierleiter Peter Gapp, an dessen Forststützpunkt die Ausbildung stattfindet, sieht so auch recht gute Zukunftschancen für die angehenden Forstwirte, wenn auch nicht mehr im Staatsdienst. Da herrscht Einstellungs-Stopp, aber der privaten Holzwirtschaft geht es nicht schlecht. Dennoch, eine goldene Nase könne man sich als Forstwirt kaum verdienen, der Beruf habe aber viele andere Reize.

Wer die kennen lernen will, kann sich jetzt für ein Praktikum, eine »Schnupper-Lehre«, bewerben; insgesamt drei Azubis werden dann im nächsten Jahr eingestellt. (Quelle: Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH | schwarzwaelder-bote.de - Autor: Uli Krug)

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