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Litauen: Holz-, Möbel- & Papierbranche erholt sich

Litauens Holz-, Möbel- und Papierbranche erholt sich
Auch Holzmaschinenimporte ziehen 2011 wieder an


Von Torsten Pauly

Vilnius (gtai): Litauens exportorientierte Holz-, Möbel- und Papiererzeugung wächst seit 2010 wieder, nachdem es zuvor zu erheblichen Rückgängen gekommen war. Besonders dynamisch ist der Aufschwung bei Möbeln und Papier verlaufen, weswegen diese Sparten das Vorkrisenniveau bereits übertroffen haben. Die Holzindustrie dagegen hatte nicht nur den stärksten Einbruch, auch die Erholung verläuft langsamer. Vor allem die Holz- und Möbelherstellung, aber auch die Papiererzeugung haben in Litauen große Bedeutung.

Litauens Möbelbetriebe haben 2010 allein 5,6% zur gesamten Produktion des verarbeitenden Gewerbes im Land beigetragen. Weitere 5,0 und 1,8% entfielen auf die Holz- beziehungsweise auf die Papierindustrie. Bleibt der Ausstoß der Raffinerie in Mazeikiai außen vor, so hat sich der Anteil der Möbel-, Holz-, und Papierbranchen am Ausstoß des litauischen verarbeitenden Gewerbe 2010 sogar auf 17,2% summiert. Ihrerseits stand der Petrochemie-Komplex in Mazeikiai 2010 allein für einen Beitrag von 28,3% zur landesweiten Gewerbeproduktion.

Seit Beginn der allgemeinen Wirtschaftskrise 2008 ist die Konjunktur in den einzelnen Branchen jedoch unterschiedlich verlaufen. Die beste Entwicklung hat es in der Papierindustrie gegeben. Zwar hat diese 2008 und 2009 auch Produktionsrückgänge von 6,7 und 1,9% verzeichnen müssen. In der Höhe fiel der Absturz somit jedoch deutlich geringer als bei den Holz- und Möbelbetrieben und auch niedriger als der Schnitt der litauischen Industrie insgesamt. Im Jahr 2009 war diese um 14,6% eingebrochen. Zudem hat die Papiererzeugung 2010 einen sehr starken Aufschwung verzeichnen können (+40,9%), und im Juni 2011 lag der Index nochmals um 20,2% höher als vor Jahresfrist.

Die in Litauen fertigenden Möbelhersteller dagegen haben ihre Produktion noch 2008 um 11,6% steigern können, bevor es 2009 dann allerdings einen Einbruch von 22,4% gegeben hat. Auch diese Branche befindet sich aber bereits seit 2010 wieder im Aufschwung (+9,4%), welcher sich im 1. Halbjahr 2011 noch deutlich verstärkte. So war die litauische Möbelproduktion im Juni 2011 nochmals um 40,3% höher als im gleichen Vorjahresmonat.

Im Juli 2011 sind in einer Erhebung des litauischen Statistikamts zudem 54% der Möbelbetriebe von weiteren Produktionssteigerungen in den kommenden zwei bis drei Monaten ausgegangen, weitere 40% haben keine Veränderung erwartet. Mittelfristig könnte sich die Konjunktur aber etwas abkühlen, denn ebenfalls im Juli 2007 haben nur 2% der Unternehmen ihre damaligen Auftragseingänge als besser, 43% jedoch als schlechter bezeichnet.

Die übrige Be- und Verarbeitung von Holz war in Litauen 2008 (-10,2%) und 2009 (-20,6%) insgesamt am stärksten eingebrochen, hat ihren Ausstoß aber 2010 ebenfalls wieder um 11,9% steigern können. Die Erholung hat sich im 1. Halbjahr 2011 fortgesetzt, jedoch weniger dynamisch als in der Möbel- und Papierbranche. Im Juni 2011 lag der Produktionsindex in der Holzindustrie 5,8% über dem Niveau von vor einem Jahr. Auch in der Holzbranche haben im Juli 2011 insgesamt 32% der Befragten mit einer höheren Erzeugung und nur 26% mit einer Verschlechterung in den nächsten zwei bis drei Monaten gerechnet. Die Auftragseingänge wurden von 85% des Panel als konstant bewertet, während sich für den Rest eine Verschlechterung abzeichnete.

Im Zuge des Produktionswachstums haben zuletzt auch die litauischen Importe von Holzmaschinen wieder stark angezogen. Der Investitionsbedarf ist im jetzigen Aufschwung gerade wegen der ausgesprochenen Zurückhaltung in der Krise umso höher. Somit haben sich die litauischen Einfuhren von Holzmaschinen zwischen Januar und Mai 2011 im Vergleich zu den ersten fünf Monaten 2010 fast verdreifacht auf einen Wert von 10,2 Mio. Euro (+195,4%). Auf einem geringen Niveau von 1 Mio. Euro haben dagegen von Januar bis Mai 2011 noch die Importe von Papiermaschinen verharrt. Angesichts des Produktionsrekords in vielen Betrieben, sollte aber auch in diesem Segment der Investitionsbedarf künftig stark steigen. Zu beachten sind auch litauische Hersteller, insbesondere für Holzmaschinen. Im Jahr 2010 waren deren Exporte in Litauen mit 30,3 Mio. Euro deutlich größer als die Importe (12,3 Mio. Euro). (Quelle: gtai - Germany Trade and Invest | Autor: Torsten Pauly | 09/2011)

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