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Russland überdenkt Zollpläne im Holz-Streit mit FI

Moskau, 11. Februar: Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat während seines Finnland-Besuchs verkündet, dass Russland in den kommenden Jahren auf die geplante Erhöhung der Zollgebühren für den Holzexport verzichten könnte, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

Branchenkenner finden aber, dass dieser Schritt zwar die aktuellen Exportzahlen aufrechterhalten könnte, in Russland dadurch dennoch keine zusätzlichen Kapazitäten entstehen werden.

Putin hatte von der Regierung bereits 2006 alle möglichen Maßnahmen zur Stimulierung der Holzverarbeitung in Russland verlangt, damit der Export des Rundholzes abgebaut werden könnte. Zu diesem Zweck wurden seit 2007 die Exportgebühren zweimal erhöht: von vier auf zehn und später auf 15 Euro pro Kubikmeter. Für 2009 war eine Erhöhung auf 50 Euro geplant, die jedoch auf 2011 verschoben wurde.

Jetzt steht laut Putin „die mögliche Verlängerung" dieser Entscheidung auf der Tagesordnung. Doch der Regierungschef räumte ein, dass der prinzipielle Beschluss für die Zollerhöhung erhalten bleibe: „Wir wollen nicht, dass es jemandem schlecht geht. Aber wir wollen, dass es uns gut geht." Die Unternehmen befürworten die Idee, an den jetzigen Gebühren festzuhalten, erwarten aber ihre Erhöhung in der Zukunft.

Russland habe früher Finnlands Bedarf an Holzmaterial zu etwa 20 Prozent gedeckt, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gruppe Ilim, Sachar Smuschkin, in einem Interview für "Wedomosti". „Die Entscheidung für die kurzfristige Aufrechterhaltung der Gebühren auf dem jetzigen Niveau ist richtig, aber aus langfristiger Sicht darf das nicht zugelassen werden. Denn jedes Land sollte die Herstellung von Produkten mit hohem Mehrwert auf seinem Territorium anstreben."

Auch der Direktor der Gruppe Ilim, Dmitri Tschuiko, forderte, dass die Gebühren derzeit nicht erhöht werden sollten. Falls die Gebühren steigen, dann werde der Export zurückgehen, der ohnehin 2009 um 40 Prozent geschrumpft sei, warnte die Analystin von Lesprom Network, Lilia Atamanjuk. Für die Finnen seien auch die aktuellen Gebühren enorm hoch, so der Vizepräsident von UPM-Kymmene, Andrej Wasjukow.

Die Experten finden allerdings, dass der Verzicht auf die Gebührenerhöhung vor allem eine politische Bedeutung habe. Im Gegenzug werde die finnische Seite ihre Entscheidung über die Nord-Stream-Pipeline schneller treffen, präzisierte Atamanjuk. (Quelle: RIA Novosti)

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