Russland: Holzproduktion - katastrophaler Einbruch
Die Europäische Wirtschaftskommission hat am Mittwoch einen 8,5-prozentigen Rückgang des Verbrauchs von Produkten der Holzindustrie im vergangenen Jahr bekannt gegeben. Wie die Tageszeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag mitteilt, ist dies der größte Rückgang seit 36 Jahren. In Russland beläuft sich indes der Rückgang der Produktion von Holz, Holzspanplatten und Papier seit Jahresbeginn auf 20 bis 40 Prozent. Eine Stabilisierung der Inlandsnachfrage ist nach Ansicht von Experten frühestens im Dezember zu erwarten. Eine Wiederherstellung des Marktes soll erst im nächsten Jahr beginnen.
Der Europäischen Wirtschaftskommission gehören neben den EU-Staaten auch einige Länder Asiens sowie die USA und Kanada. Auf die mehr 50 Mitgliedsstaaten dieser Organisation entfallen 57 Prozent des globalen Holzverbrauchs. Der 8,5-prozentige Rückgang in diesen Ländern bedeutet insofern Riesenverluste für die gesamte globale Holzproduktion.
Der größte Rückgang war in den USA und Westeuropa zu beobachten. Schuld daran ist die Krise im Wohnungsbau. Der Rückgang der Schnittholzproduktion in Russland belief sich im ersten Halbjahr 2009 auf 18,5 Prozent. Die Produktion von Zellstoff ging um 21 Prozent zurück. Bei der Papierproduktion machte der Rückgang 8,5 Prozent aus. Außerdem wurden 31,6 Prozent weniger Furnierholz und 39,2 Prozent weniger Holzfaserplatten hergestellt. Bei den Holzspanplatten machte der Produktionsrückgang gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres 30,8 Prozent aus.
Überaus beachtlich war der Rückgang auch beim russischen Holzexport. Bei Rundholz ging der Export im ersten Quartal 2009 um 54,1 Prozent zurück, bei Zellstoff um 29,3 Prozent und bei Furnierholz um 22,3 Prozent. Der Export der Holzfaserplatten verringerte sich um 15 Prozent und der von Schnittholz um 9,7 Prozent. Die Tendenz zum Rückgang des Exports bleibt weiterhin bestehen. Mehr noch: Experten erwarten bis zum Jahresende einen weiteren Rückgang des Exports, weil die Nachfrage danach im Westen weiterhin gering ist.
Einen Hoffnungsschimmer brachte allerdings der erste Sommermonat. Im Juni stieg die Furnierproduktion in Russland um 6,3 Prozent und die Holzfaserplatten-Produktion um 3,5 Prozent an. Bei Schnittholz machte der Zuwachs gegenüber dem Mai 15,6 und bei den Holzspanplatten 30,9 Prozent.
Olga Deulina, leitende Analystin des Informations- und Handelssystems Lesprom Network, stellt fest: "Das Bauwesen lebt langsam auf, was allerdings bei weitem nicht für alle Regionen Russlands gilt. Für eine Wiederherstellung der Produktion gibt es in diesem Jahr nach meiner Ansicht keine objektiven Gründe. Höchstwahrscheinlich wird sich der Markt Ende des dritten bzw. Anfang des vierten Quartals stabilisieren. Ein Wachstum könnte frühestens 2010 beginnen." (Quelle: RIA Novosti - Nowyje Iswestija)
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