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Protest gegen Holzverbrennung in Biomasseanlagen

Die Europäische Plattenindustrie setzt ein Zeichen und protestiert gegen das zunehmende Verheizen des wertvollen Rohstoffes Holz in Biomasseanlagen

Die Holzwerkstoffhersteller in ganz Europa haben genug und werden ihren Unmut morgen, am Freitag, 29. Oktober zum Ausdruck bringen. Geplant sind europaweite Informationsveranstaltungen in den Betrieben aber auch Produktionsstopps in zahlreichen Firmen, um die Öffentlichkeit über die Tatsache zu informieren, dass immer mehr industriell nutzbares Holz unwiederbringlich in Biomassekraftwerken sowie Feuerungsanlagen verschwindet. Auch die österreichische Plattenindustrie wird aktiv daran teilnehmen: Fundermax wird an den Standorten in Neudörfl und St. Veit an der Glan einen mehrstündigen Produktionsstopp einlegen. Die Firma Kaindl in Salzburg plant eine halbstündige Aussetzung der Produktion. Die Firma Egger unterstützt den Kampf gegen die einseitige Förderung der Holzverbrennung vollinhaltlich und organisiert eine Pressekonferenz im Werk. Ziel dieser Protestaktionen der Hersteller von Span-, MDF- und OSB-Platten, Holz-Polymer-Werkstoffen sowie von Sperrholz ist es, Politik und Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass durch das unkontrollierte Verheizen des wertvollen Werk- und Baustoffes Holz Arbeitsplätze sowie Klimaziele gefährdet werden.

Der Europäische Holzwerkstoffverband EPF (European Panel Federation) ist der Initiator dieser Aktion und fordert von den europäischen und nationalen Entscheidungsträgern faire Wettbewerbsbedingungen zwischen stofflicher und energetischer Holzverwendung. Die Wettbewerbsverzerrung zugunsten der thermischen Nutzung von Holz muss aufgehoben werden. Gefordert wird eine Kaskadennutzung, in dem Sinn, dass Holz und Holzabfälle über möglichst viele Verwertungsstufen stofflich genutzt werden. Am Ende der Verarbeitungs- und Verwertungskette besteht dann immer noch die Möglichkeit, Holz in Strom und Wärme zu verwandeln. Durch diese mehrstufige Nutzung werden sowohl Ressourcen geschont, als auch Holz klimaschonend eingesetzt.

Rohstoff Holz als wertvolle Beitrag für Umwelt u Nachhaltigkeit
„Hinter dem Wort Biomasse versteckt man zu 95 % das umweltfreundliche Produkt Holz“, erklärt Laszlo Döry, Initiator der Aktion als Vorsitzender von EPF und Sprecher der österreichischen Plattenindustrie. „Holz kann zur Minderung des Klimawandels eine viel aktivere Rolle spielen, wenn man weiß, dass in jedem Kubikmeter Holz ca. eine Tonne CO2 lagert. Das bedeutet, dass z.B. im Baubereich, wo die durchschnittliche Lebensdauer der Holzprodukte bei 75 Jahren liegt, CO2 für diese lange Zeitspanne gespeichert bleibt. Nach 75 Jahren, also nach Ende der Nutzzeit, kann man Holz immer noch energetisch nutzen. Dies aber am Anfang zu tun, ist eine Sünde gegen die Natur“, so Döry. EPF hat bereits am 11. Oktober in Brüssel im „Club du Bois“, einer Netzwerkplattform der europäischen Holzindustrie, eine Diskussionsrunde organisiert. Unter dem Vorsitz von Dr. Ernst Strasser, Obmann des ÖVP-Europaklubs im Europäischen Parlament diskutierten Vertreter von Parlament und Kommission mit hochrangigen Branchenvertretern über die immer stärker werdende Problematik der einseitigen Nutzung von Holz.

Die europäische Holzindustrie: ein wichtiger Arbeitgeber in der EUDie europäische Holzindustrie ist mit 300.000 Firmen ein wichtiger Arbeitgeber - insbesondere im ländlichen Raum - für rund 2,7 Mio. Beschäftigte. Der Anteil der österreichischen Holzindustrie liegt bei rund 28.000 Arbeitsplätzen. Die österreichische Plattenindustrie beschäftigt davon rund 3.000 Personen. Es handelt sich um einen äußerst vielfältigen Wirtschaftszweig, mit einer klein- und mittelbetrieblichen Struktur und mit der zweitbesten Außenhandelsbilanz in Österreich bei einer Exportquote von über 80 %. (Quelle: Fachverband der Holzindustrie Österreichs)

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