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Professor Carsten Thoroe - 65 Jahre

Professor Dr. Carsten Thoroe, Gründungspräsident des vTI

Nach Vollendung seines 65. Lebensjahres tritt Prof. Dr. Carsten Thoroe, Gründungspräsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI), mit Ablauf des Monats Juni in den Ruhestand. Er hat dem jungen Forschungsinstitut in den ersten anderthalb Jahren seines Bestehens ein eigenständiges Profil gegeben und entscheidend dazu beigetragen, es mit einer guten Perspektive in der Forschungslandschaft zu verankern.

Carsten Thoroe wurde 1944 in Bredstedt, Nordfriesland, geboren. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Göttingen und Kiel promovierte er 1974 am Institut für Agrarpolitik und Marktlehre der Universität Kiel mit einem Thema über Inflation und Einkommensverteilung in der Landwirtschaft. Ökonomie und Landnutzung wurden prägend für seine weitere akademische Laufbahn. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit im Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und am Institut für Weltwirtschaft in Kiel erhielt er 1981 einen Ruf an die Universität Göttingen auf die Professur für Volkswirtschaftslehre und Agrarpolitik. 1987 markiert seinen Eintritt in die Ressortforschung des Bundeslandwirtschaftsministeriums: Er übernahm die Leitung des neu geschaffenen Instituts für Ökonomie an der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) in Hamburg. Damit wechselte sein Fokus von der Agrarökonomie hin zur Forstwirtschaft. Über mehrere Amtsperioden leitete er neben seinem Institut auch die gesamte BFH. Darüber hinaus war er Mitglied in zahlreichen Gremien und Beiräten, wie dem wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums oder dem Senat der Bundesforschungsanstalten.

So hätte es weitergehen können, wenn das Ministerium nicht seine Ressortforschung neu strukturiert hätte. Zum Januar des Jahres 2008 wurden die bisherigen sieben Bundesforschungsanstalten in vier neue Einrichtungen überführt - eine davon ist das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Aufgrund seiner großen Erfahrung und Integrität wurde Prof. Thoroe gebeten, als kommissarischer Präsident den Aufbau dieser neuen, thematisch breit gefächerten Forschungseinrichtung zu gestalten. Mit Tatkraft und Umsicht nahm er diese Aufgabe an, obwohl seine Lebensplanung eigentlich anders aussah: Er und seine Frau hatten in Nordfriesland ein Grundstück gekauft und begonnen, ein Haus zu bauen. Doch nun wechselte er - zumindest für die Werktage - noch einmal an den Hauptsitz des vTI nach Braunschweig. Er verstand es, die unterschiedlichen Arbeits- und Verwaltungsstrukturen der Teileinheiten zu bündeln, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und das neue Forschungsinstitut strategisch gut aufzustellen. So übergibt er seinem Nachfolger, der im Rahmen eines Berufungsverfahrens ausgewählt wird, ein - um im agrarischen Sprachgebrauch zu bleiben - gut bestelltes Feld und kann sich nun mit ganzer Energie seinem nächsten Projekt widmen, dem neuen Domizil in Nordfriesland. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des vTI danken ihm für die geleistete Aufbauarbeit und wünschen ihm einen spannenden neuen Lebensabschnitt. (Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - 06/2009)

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