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Pfleiderer: Gemischtes Bild der Segmentsberichte

- Umsatz von Pfleiderer wuchs in den ersten neun Monaten 2010 um 7,6%
- gestiegene Rohstoffkosten verhindern Margenverbesserung
- Nettoverschuldung gegenüber Vorquartal um rund 5% auf 914,5 Mio. Euro abgebaut

* Bruttoergebnis von 234,3 Mio. Euro durch Anstieg der Rohstoffkosten belastet
* EBITDA im Berichtszeitraum mit 81,7 Mio. Euro um 22,6% rückläufig
* Osteuropageschäft erneut mit positiven Entwicklungen, Westeuropa mit Volumenzuwachs bei hochwertigen Produkten


Neumarkt, 11. November 2010 – Die im SDAX notierte Pfleiderer AG (ISIN DE 996764749) hat in den ersten neun Monaten 2010 mit 1.118,4 Mio. Euro einen im Vorjahresvergleich um 7,6% erhöhten Umsatz erzielt. Zu dieser positiven Entwicklung haben fast alle Produktgruppen mit Ausnahme des Laminatfußbodengeschäfts beigetragen. Der Auslandsanteil am Umsatz erreichte in den ersten neun Monaten 71,5% nach 72,1% in der Vorjahresperiode. Aufgrund der deutlich gestiegenen Materialkosten erhöhte sich die Materialkostenquote auf 56,6% nach 52,4% in der Vorjahresperiode. Der Anstieg der Rohstoffkosten konnte damit nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Dies führte zu einem Rückgang des Bruttoergebnisses von 262,0 Mio. Euro auf 234,3 Mio. Euro. Die Bruttomarge sank dadurch auf 21,0%.

Das EBITDA reduzierte sich in den ersten neun Monaten 2010 auf 81,7 Mio. Euro nach 105,5 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Damit nahm die EBITDA-Marge in der Berichtsperiode auf 7,3% nach 10,2% vor einem Jahr ab. Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch Wechselkurseffekte insbesondere aus dem kanadischen Dollar und dem polnischen Złoty mit 5,5 Mio. Euro. Das EBIT lag mit -7,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreszeitraum, indem noch 19,4 Mio. Euro ausgewiesen werden konnten. Abschreibungen wirkten sich in Höhe von 89,2 Mio. Euro (86,2 Mio. Euro im Vorjahr) auf das Ergebnis aus.
Umsatzwachstum im dritten Quartal um knapp 10%

Eine erhebliche Umsatzsteigerung um 9,8% auf 381,4 Mio. Euro konnte ebenfalls im Vergleich der Zeiträume von Juli bis September verzeichnet werden. Auch das EBITDA wurde im dritten Quartal von 26,5 Mio. Euro in der Vorjahresperiode auf aktuell 28,0 Mio. Euro gesteigert. Dies führte zu einer im Vergleich leicht rückläufigen EBITDA-Marge von 7,3% (Q3 2009: 7,6%). Das EBIT lag mit -1,0 Mio. Euro besser als im Vorjahresquartal, in dem -3,2 Mio. Euro ausgewiesen wurden. Das dritte Quartal ist aufgrund saisonaler Einflüsse im Geschäftsjahr der Pfleiderer AG typischerweise das schwächste. Der in diesem Jahr sehr umsatzstarke September konnte die schwächeren Ferienmonate Juli und August nicht vollständig kompensieren.

Als Finanzergebnis weist die Pfleiderer AG in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010
-41,8 Mio. Euro (Vorjahr -37,1 Mio. Euro) aus. Hierin sind im Zinsaufwand 7,7 Mio. Euro nicht zahlungswirksame Aufwendungen für die Auflösung abgegrenzter Transaktionskosten für die Neufinanzierung des Konzerns enthalten. Das sonstige Finanzergebnis in Höhe von 17,6 Mio. Euro beinhaltet hauptsächlich Erträge aus der Bewertung von Fremdwährungsdarlehen und Kurssicherungsinstrumenten.

Das Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten vor Ertragsteuern beläuft sich für den Berichtszeitraum auf
-49,3 Mio. Euro nach -17,8 Mio. Euro im Vorjahr. In den ersten neun Monaten wurde ein latenter Steuerertrag verbucht, der zu einem positiven Steuersaldo von 3,6 Mio. Euro führte. Nicht fortzuführende Aktivitäten trugen hauptsächlich aufgrund von Steuernachzahlungen mit einem Verlust von 1,6 Mio. Euro zum Periodenergebnis von -47,3 Mio. Euro bei. Minderheitsgesellschaftern wird davon ein Verlustanteil von 2,6 Mio. Euro zugeschrieben. Darüber hinaus fließen in die Ergebnisrechnung belastend weiterhin die Ansprüche der Hybridkapitalgeber in Höhe von 13,8 Mio. Euro ein, auch wenn diese derzeit nicht ausgezahlt, sondern in der Bilanz als Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Auf die Aktionäre der Pfleiderer AG entfiel damit ein Ergebnisanteil von -58,5 Mio. Euro verglichen mit
-24,6 Mio. Euro vor einem Jahr. Daraus ergibt sich ein unverwässertes Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten je Aktie von -0,99 Euro nach -0,48 Euro für die Vergleichsperiode des Vorjahres.

„Die deutlichen Erholungstendenzen aus dem zweiten Quartal haben sich nicht fortgesetzt, lediglich Osteuropa kann mit einem Umsatzsprung überzeugen. In unseren nordamerikanischen Märkten ist die von allen Experten prognostizierte Erholung der Wirtschaft nicht eingetreten. Und in Westeuropa leidet unsere Ertragskraft unter strukturellen Überkapazitäten. Das ist kein rosiges Bild, das wir zeichnen. Aber wir werden alles unternehmen, um wieder auskömmliche Margen zu erzielen. Mit den von uns eingeleiteten Maßnahmen zum Abbau des Überhangs bei den Produktionskapazitäten leisten wir hierzu einen großen und schmerzlichen Beitrag. Im Bereich des Schuldenabbaus konnten wir bereits erste Erfolge verzeichnen“, stellt Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG, anlässlich der Präsentation der Unternehmenszahlen fest.
Lichtblick Osteuropa

Ein gemischtes Bild ergibt die Segmentberichterstattung nach Regionen. So verzeichnete Westeuropa in den ersten neun Monaten 2010 gegenüber der Vorjahresperiode einen Umsatzanstieg um 6,3% auf 593,9 Mio. Euro. Über die Hälfte des Wachstums ist dabei auf steigende Preise und in kleinerem Umfang auf höhere Absatzmengen zurückzuführen. Das EBIT lag mit 11,6 Mio. Euro unter dem Niveau des Vorjahres (14,1 Mio. Euro). Die hohen Preissteigerungen bei den Rohstoffkosten konnten selbst durch striktes Kostenmanagement und erhebliche Einsparungen noch nicht vollständig kompensiert werden.

Sehr erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Osteuropa, wo beim Umsatz in den ersten neun Monaten 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Anstieg von 22,1% auf 243,9 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Von diesem Zuwachs entfielen 20,7 Mio. Euro auf Wechselkurseffekte. Die Mengen konnten über alle Produktgruppen hinweg gesteigert werden. Das EBIT lag bei 2,9 Mio. Euro nach 2,5 Mio. Euro vor einem Jahr. Die hier ebenfalls angefallenen Steigerungen der Rohstoffkosten konnten über Volumenzuwachs, Kosteneinsparungen und Preisanhebungen kompensiert werden.

Auf den nordamerikanischen Absatzmärkten konnte zwar ein leichter Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um 0,5% auf 316,2 Mio. Euro erzielt werden. Allerdings trugen hierzu Wechselkurseffekte mit 30,9 Mio. Euro bei. Sowohl für Platten als auch für Laminatfußböden war aufgrund der nachlassenden Wachstumsdynamik ein Preisverfall zu verzeichnen. Insgesamt blieben die konjunkturelle Entwicklung im Allgemeinen und die Erholung des Immobilienmarkts im Besonderen hinter den Erwartungen zurück. Das EBIT belief sich im Berichtszeitraum in Nordamerika auf -10,3 Mio. Euro nach einem Plus von 8,9 Mio. Euro im Vorjahr. Zur Verbesserung der Kostenposition wurde zum Quartalsende das US-Beschichtungswerk in Fostoria geschlossen und die Produktionskapazitäten auf bestehende Werke aufgeteilt.
Schuldenabbau von rund 5% im Vergleich zum Vorquartal

Im Berichtszeitraum für die ersten neun Monate 2010 erzielte die Pfleiderer AG aus laufender Geschäftstätigkeit einen Zufluss von 56,3 Mio. Euro. Diesem Zufluss steht im Vorjahreszeitraum ein Abfluss von 26,3 Mio. Euro gegenüber. Der positive Cashflow ist hauptsächlich auf das Perioden-EBITDA von 81,7 Mio. Euro zurückzuführen. Gegenläufig wirkte im Wesentlichen der Aufbau der Vorräte und Forderungen. Die Nettoverschuldung des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2009 um 60,3 Mio. Euro auf 914,5 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorquartal konnte jedoch aufgrund eines effizienteren Managements des Umlaufvermögens sowie von Wechselkurseffekten ein Schuldenabbau um 48,9 Mio. Euro oder um rund 5% erzielt werden. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital (Gearing) stieg von 135,2% zum Jahresende 2009 auf 141,0% am Ende des dritten Quartals 2010.

Die Investitionen inklusive geleisteter Anzahlungen nahmen in den ersten neun Monaten 2010 gegenüber der Vorjahresperiode deutlich um 32,5% auf 58,1 Mio. Euro ab. Von den Investitionen entfielen 14,4 Mio. Euro auf die Region Westeuropa. In Nordamerika wurden 38,9 Mio. Euro investiert, wovon der überwiegende Teil die Fertigstellung des MDF-Werks in Moncure betraf. In Osteuropa beliefen sich die Investitionen auf 4,7 Mio. Euro. Im Vergleich zur Vorjahresperiode nahm die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Stichtag 30. September um 3,4% auf 5.445 ab. Im Vergleich zum Jahresende 2009 sank die Konzernbelegschaft geringfügig um 2,6%.

Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass das zweite Halbjahr insgesamt stärker als das erste sein wird. Für das Gesamtjahr bleibt es bei der Einschätzung, dass im Geschäftsjahr 2010 ein Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden kann. Der Holzwerkstoffhersteller geht für das Gesamtjahr nach wie vor von einem Verlust aus. Eine weitere nachhaltige Verbesserung der Ergebnissituation wird für 2011 erwartet. (Quelle: Pfleiderer AG)

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