Österreich: Wohnmöbelhersteller in 2010 erfogreich
Die österreichischen Wohnmöbelhersteller blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück
Das Qualitätsbewusstsein bei den Konsumenten steigt und spiegelt sich in den positiven Zahlen wider
Morgen ist es wieder soweit: Von 18.-23. Januar 2011 ist die imm cologne Treffpunkt für die internationale Designwelt. Die Messe zieht jedes Jahr Top-Marken aus aller Welt nach Köln. Österreich ist seit Jahren mit High-end-Marken vertreten und auch dieses Jahr werden 17 Firmen Topinnovationen und den Lifestyle aus Österreich präsentieren.
Produktion um 0,2% gestiegen
Das Produktionsniveau von 2009 konnte im vergangenen Jahr gehalten werden. In den ersten 3 Quartalen 2010 ist die österreichische Möbelproduktion um 0,2 % gestiegen, bei einem Gesamtwert von EUR 1,7 Mrd. Die stärkste Nachfrage gab es bei Gartenmöbel aus Holz (+8,9 %, EUR 3 Mio.), gefolgt von Schlaf-, Ess- und Wohnzimmermöbel (+4,2 %, EUR 254 Mio.), auch die Matratzenhersteller setzten den positiven Trend des vorherigen Jahres weiter fort (+2,8 %, EUR 87 Mio.). Allerdings ist die Situation nicht in allen Teilbereichen der Möbelbranche zufriedenstellend: Einen leichten Rückgang verzeichnen die Küchenhersteller mit einem Minus von 0,9 % (EUR 184 Mio.), -2,5 % Rückgang meldet der Ladenbau (EUR 120 Mio.). Die stärksten Einbrüche gab es wie im Jahr zuvor wieder bei den Büromöbel (-9,4 %, EUR 166 Mio.) und Sitzmöbelherstellern (-10,8 %, EUR 181 Mio.) bedingt durch die schlechte Marktsituation in wichtigen Exportmärkten.
Exportmotor springt wieder an, Nachfrage an Küchenmöbel im Ausland am stärksten gestiegen
2009 lag das Exportminus bei beachtlichen -16 %, jedoch ist der Exportmotor 2010 wieder angesprungen: in den ersten 3 Quartalen wurden Möbel im Wert von insgesamt EUR 978 Mio. exportiert, das bedeutet um -1,1 % weniger als zum Vorjahr. Exportschlager sind laut Statistik Austria Küchen mit einem Plus von 9,2 % (EUR 33 Mio.), an 2. Stelle rangieren die Sitzmöbel (+8,5 %, EUR 247 Mio.). Stark nachgefragt wurden im Ausland aber auch Matratzen und Sprungrahmen (+7,5 %, EUR 60 Mio.). Rückgänge verzeichneten dagegen Wohnmöbel mit -9,5 % (EUR 142 Mio.) und Ladenmöbel (-8,8 %, EUR 85 Mio.). Den stärksten Exporteinbruch müssen allerdings die Büromöbelhersteller mit -26,7 % (EUR 247 Mio.) hinnehmen. Die Exporte in die GesamtEU26 gingen um leichte -1,5 % zurück (EUR 734 Mio.). Deutschland ist und bleibt der wichtigste Absatzmarkt für österreichische Möbel mit einem Exportvolumen von EUR 395 Mio. (+1,8 %). Platz 2 geht in der EU an Italien mit EUR 63 Mio. (-23,4 %), außerhalb der EU ist die Schweiz zweitwichtigster Handelspartner mit EUR 112 Mio. (+10,8 %). Polen kommt auf Platz 3 mit EUR 45 Mio. (+15,9 %), gefolgt vom Vereinigten Königreich (EUR 34 Mio., +2,7 %).
Moderate Steigerung der Möbelimporte, Einfuhr von Matratzen und Sprungrahmen am stärksten gestiegen
Auch der Möbelimport insgesamt nach Österreich ist in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres gestiegen (+1,3 %, EUR 1,22 Mrd.). Die größten Steigerungen gab es bei Matratzen/Sprungrahmen (+12,9 %, EUR 55 Mio.) und Sitzmöbel (+9,3 %, EUR 408 Mio.). Alle übrigen Teilbereiche verzeichneten einen Rückgang: Küchenmöbel -10,5 %, EUR 86 Mio., Büromöbel -8,8 %, EUR 40 Mio., Ladenmöbel -2,8 %, EUR 173 Mio. Aus der GesamtEU26 wurden um 1,9 % mehr Möbel im Wert von EUR 1,03 Mrd. importiert. Das Nachbarland Deutschland bleibt Hauptimporteur mit EUR 624 Mio. (+2,7 %), davon sind 33 % der importierten Ware Wohnmöbel, der Anteil von Sitzmöbel beträgt 26 %. Italien belegt Platz 2 (-5,3 %, EUR 97 Mio.), gefolgt von Polen, das wieder auf Platz 3 ist mit EUR 93 Mio. (+7,1 %). Am stärksten nachgefragt werden aus Polen Sitzmöbel, Küchenmöbel und Matratzen. China hingegen konnte das Exportvolumen nicht weiter erhöhen und ist auf annähernd demselben Niveau wie im Vorjahr mit EUR 89 Mio., -0,4 %, geblieben.
Möbelhersteller erwarten weitere Produktionssteigerungen und beurteilen die zukünftige Geschäftslage optimistisch Laut WIFO Befragung für das 4 Quartal 2010 schätzen die Unternehmen der Österreichischen Möbelindustrie die Branchensituation folgendermaßen ein: Die wirtschaftliche Lage der Branche hat sich im letzten halben Jahr deutlich entspannt. Hier gilt es aber die unterschiedliche Situation in der Wohn- und Büromöbelbranche zu beachten. Dies spiegelt sich auch in den obigen Zahlen wider. Erfreulicherweise befinden sich sowohl die Auftragsbestände in ihrer Gesamtheit als auch die Auslandsauftragsbestände weiterhin auf einem überdurchschnittlich guten Niveau. Die Unternehmen berichten so wie auch schon im vorherigen Quartal von einer Zunahme der Produktion, die vergleichsweise stark ausfällt. Man erwartet für die kommenden drei Monate zwar weitere Produktionssteigerungen, jedoch nicht in dem hohen Ausmaß wie im vergangenen Quartal. Die Verkaufspreise haben sich in den letzten drei Monaten leicht positiv entwickelt und auch für die nächsten Monate rechnet die Branche mit einem weiteren Anstieg sowie mit einer moderaten Steigerung des Beschäftigtenstands. Hinsichtlich der zukünftigen Geschäftslage herrscht vorsichtiger Optimismus: man geht davon aus, dass sich die Lage in den kommenden sechs Monaten noch weiter verbessern wird. (WIFO Befragung Okt. 2010)
Die Österreichische Möbelindustrie
Zur Österreichischen Möbelindustrie zählen 50 Betriebe mit ca. 7.000 Mitarbeitern. Die überwiegende Anzahl dieser Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe, die sich in privater Hand befinden. Die wichtigsten Exportmärkte sind Deutschland, Schweiz und Italien. (Quelle: Die Österreichische Möbelindustrie - Alle Zahlen in diesem Text beziehen sich auf Industrie und Gewerbe, Quelle: Statistik Austria)
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