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Die Wirtschaftskrise hat die Betriebe der österreichischen Holzindustrie schon 2008 stark getroffen, die Folgen sind 2009 insbesondere im Export weiterhin spürbar. Dr. Erich Wiesner, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs, und KommR DI Hans Michael Offner, stv. Obmann und Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie geben im Folgenden eine Einschätzung für 2010.
Europaweit wurden in der Holzindustrie in den letzten Jahren große Produktionskapazitäten aufgebaut und dies hat zusätzlich zu einem massiven Kampf um Marktanteile geführt. Bauindustrie:
In allen Segmenten des Baubereiches zeigt sich im ersten Halbjahr 2009 eine rückläufige Tendenz mit einem leichten Plus im 3. Qu., das allerdings wieder abflachte. In vielen Bereichen ist über das gesamte Jahr gesehen der Absatz rückläufig, außer bei besonderen, staatlich oder regional subventionierten Maßnahmen, wie etwa die Impulsförderung für Sanierungen (z.B. Fenster). Im Bereich Hausbau / Fertighausbau gibt es zwar keine Erhebungen, es lässt sich aber feststellen, dass mit Ausnahme einiger prestigeträchtiger Projekte im Ausland (L`Aquila) derzeit sehr wenig große Projekte vorhanden sind. Auch im Privatbereich (Fertighaus) sind die Hauskäufe rückläufig. Nicht einschätzbar ist, wie sich der private Konsum entwickeln wird. Die öffentliche Hand hat in vielen Bereichen mit Einnahmenrückgängen zu kämpfen, weshalb auch weitere, große Impulsförderungen fraglich sind. Obwohl die Bauwirtschaft massiv eine Nachdotierung öffentlicher Töpfe einfordert, ist diese derzeit mehr als offen. Generell wird das Jahr 2010 nach derzeitiger Einschätzung als durchaus herausfordernd beurteilt. Möbelindustrie
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein Rückzug in die eigenen vier Wände verstärkt zu beobachten. Produkte, die das Leben schöner machen, wie z.B. Möbel und Einrichtungsgegenstände, sind gefragt und werden als sichere und nachhaltige Investition angesehen. Dies zeigt sich auch in den Statistiken: Obwohl die Möbelindustrie im 1. HJ 2009 einen Produktionsrückgang von -15,1 % (EUR 1,12 Mrd.) verzeichnete, waren davon die Wohnmöbel- (+5,9 %) sowie Matratzenproduzenten (+5,3 %) nicht betroffen. Auch die Küchenmöbelindustrie konnte das Produktionsniveau des Vorjahres halten. Alle Teilbranchen waren im 1. HJ 2009 von einem Exportrückgang (-14,8 %, EUR 674 Mio.) betroffen: Deutschland bleibt weiterhin wichtigster Exportmarkt, mit einem Rückgang von -13 %. Auch der Gesamtmöbelimport nach Österreich war im 1. HJ 2009 mit -6,2 % (EUR 828 Mio.) rückläufig. Deutschland ist weiterhin der wichtigste Importeur (-5,6 %). An 2. Stelle rangiert aber bereits China mit einer beachtlichen Steigerung der Importe um fast 30 %. Die zukünftige Geschäftslage für 2010 wird von den Möbelherstellern zurückhaltend eingeschätzt. Ähnliches gilt für die Einschätzung der Beschäftigtenentwicklung. Plattenindustrie
Die derzeitige Wirtschaftskrise und damit die Rückgänge im Bau- und Möbelsektor haben deutliche Auswirkungen auf die Plattenindustrie, in der das hohe Niveau der letzten Jahre nicht mehr Aufrecht erhalten werden kann. Die Folge sind Anpassungen der Kapazitäten und des Beschäftigtenstandes. Seit Mitte 2009 zeigt sich bei der österreichischen Plattenindustrie eine gute Auslastung der Werke. Die Hauptabnehmerbereiche in der Möbelindustrie und im Bausektor haben diese Belebung ausgelöst. Ob diese seit zwei Quartalen anhaltende günstige Entwicklung - die sich im Übrigen preislich nicht positiv niedergeschlagen hat - von Bestand ist, bleibt abzuwarten. Bezüglich der Rohstoffversorgung wäre die Östereichische Plattenindustrie im Bereich Faserholz durchwegs aufnahmebereit, da allerdings im Inland die nötigen Mengen nicht angeboten werden, muss leider im erheblichen Ausmaß auf Importe ausgewichen werden. Sägeindustrie
Vom oft beschworenen "Anspringen der Konjunktur" ist bei der Sägeindustrie, die ja besonders eng mit der Bauindustrie verbunden ist, derzeit noch nichts zu merken. Die Auswirkungen der Immobilienkrise haben die Unternehmen 2009 besonders hart getroffen.
• Rundholzversorgung Die Rundholzversorgung ist nach wie vor eine der größten Sorgen der Sägeindustrie, allerdings mit regionalen Unterschieden und einem West-Ost Gefälle, da die Engpässe im Westen besonders stark auftreten. Der durchschnittliche Lagerstand von Rundholz ist dabei vom tiefsten je erhobenen Stand (1,6 Monatsproduktionen im Juli) auf 2 Monatsproduktionen im September leicht gestiegen. Leichte Steigerungen gab es auch beim Rundholz-Durchschnittspreis zwischen Juli und September.
• Schnittholz Der Rückgang in den Schnittholzexporten hat sich in den ersten sieben Monaten 2009 verringert, beträgt aber immer noch beachtliche -25 % (Deutschland -25 %, Italien -24 %, Japan -30 %). In den meisten Märkten gab es im Sommer eine Erholung, die im Herbst spürbar abgeflacht ist. Einen leichten Rückgang von -1,9 % gab es auch bei den Schnittholzimporten. Die Österreichische Sägeindustrie hat am Inlandsmarkt somit klar Marktanteile verloren.
• Rundholz-Importe Die Importe von Sägenadelrundholz sind von Januar bis September 2009 insgesamt um 4 % gesunken. Deutschland verzeichnete einen Rückgang von 35 %. Tschechien eroberte mit einem Plus von 15 % den ersten Rang, aber auch die Slowakei, Slowenien und Polen steigerten die Exporte nach Österreich. Das Verhältnis von Importrückgängen zum Produktionsrückgang zeigt deutlich, dass die heimische Forstwirtschaft Marktanteile verloren hat.
Insgesamt wird für 2009 eine Schnittholz-Produktion (Nadel- und Laubschnittholz) von 8,4 Mio. m3 geschätzt, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 22 % entspricht. Für das Jahr 2010 wird jedenfalls mehr Rundholz benötigt, die Schnittholz-Produktion wird voraussichtlich höher sein. Eine nachhaltige Verbesserung der Wirtschaftslage wird allerdings nicht vor dem 2. Quartal 2010 erwartet. (Quelle: Fachverband der Holzindustrie Österreichs / WKO - Wirtschaftskammer Österreich)
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