Mohr Holzbau Gruppe stellt Insolvenzantrag
02/09: Die in Trier ansässige Mohr Holzbau Gruppe meldet Insolvenz an. Betroffen hiervon ist auch das erst 2007 übernommene Werk LUXLAM in Grevenmacher. Mohr Holzbau war seit mehr als 25 Jahren am Markt für Holz-Leimbinder erfolgreich tätig. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen zunehmend im europäischen und internationalen Markt, u. a. in den USA, Leimholz-Produkte - produziert nach deutschem Qualitätsstandard - vermarkten. Um die Wettbewerbsfähigkeit für die internationalen Märkte zu verbessern, wurde im Oktober 2007 ein Werk in Luxemburg gekauft, das der weiteren Spezialisierung der beiden Produktionsstandorte dienen sollte. Hierbei sollte das Werk in Luxemburg das Produktsegment des Massen-Stangengeschäftes bedienen.
„Leider haben sich fast zeitgleich mit dem Kauf des Werkes in Luxemburg die internationalen Märkte, aber auch der deutsche Markt, speziell für dieses Produktsegment, extrem negativ entwickelt. Die erheblichen Verluste, die 2008 aus dieser Situation resultierten, haben die Reserven aufgezehrt und zur Zahlungsunfähigkeit geführt“, erläutert Geschäftsführer Bernhard Mohr den Hintergrund des jetzt notwendig gewordenen Insolvenzantrages, von dem an beiden Standorten insgesamt ca. 100 Mitarbeiter betroffen sind.
Ausgelöst durch die Immobilienkrise sind in den USA große Auftragsvolumen weggebrochen, was weitere negative Auswirkungen auf die übrigen Märkte zur Folge hatte. Hierdurch sind die Verkaufsmengen im Leimholzmarkt insgesamt deutlich zurückgegangen, was zu einem massiven Verdrängungswettbewerb und dramatisch sinkenden Preisen geführt hat. Der Ingenieur-Holzbau, der die Produktion von Gewerbehallen und Sonderbauten umfasst und hauptsächlich in Trier gefertigt wurde, hatte in 2008 zwar eine gute Auslastung, konnte aber allein die Einbrüche von Preis und Menge im Massen-Stangengeschäft nicht kompensieren.
Wegen der Finanzierungskosten für die hohen Investitionen der vergangenen Jahre ist die Firmengruppe zwingend auf weiter steigende Verkaufsmengen angewiesen. Im jetzigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld, das eine nie zuvor dagewesene Planungsunsicherheit aufweist, sind die notwendigen Mengensteigerungen kaum - und wenn dann nur zu niedrigeren Preisen - möglich. In Anbetracht der ohnehin seit Jahren geringen Margen ist diese Herausforderung ohne grundlegende Restrukturierungsmaßnahmen nicht lösbar. „Im Bereich des Ingenieur-Holzbaus ist die Auslastung für die nächsten Wochen derzeit vorhanden“, fasst Mohr die jetzige Lage zusammen. „Wie die weitere Entwicklung gestaltet werden kann, muss nun in enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter erarbeitet werden.“ (Quelle: Mohr Holzbau / Ansprechpartner: Bernhard Mohr - 02/2009)
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