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Möbelnachfrage 2009 in der gesamten EU rückläufig

Die Österreichische Möbelindustrie verzeichnete in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ein Exportminus von -14,6 %
Inlandsmarkt entwickelte sich hingegen stabil


Alle Zahlen in diesem Text beziehen sich auf Industrie und Gewerbe, Quelle: Statistik Austria. Die Weltwirtschaft erholt sich weiter, die Entwicklung verläuft jedoch laut (WIFO) Wirtschaftsforschungsinstitut nicht gleichmäßig. Phasen starken Wachstums werden von Rückschlägen unterbrochen. Auch zwischen den Regionen sind Unterschiede zu verzeichnen: Während sich das Wachstum in den USA und in Japan im IV. Quartal sprunghaft verstärkte, flachte es in der EU vorübergehend ab. In allen wichtigen Wirtschaftsräumen zeigen die Indikatoren jedoch eine tendenzielle Verbesserung an. Hinweise auf eine selbsttragende Stabilisierung fehlen aber immer noch. Die Wachstumsimpulse gehen nach wie vor von den Maßnahmen der öffentlichen Hand aus. In Österreich lag das Wirtschaftswachstum im IV. Quartal bei 0,4% und damit nur wenig unter dem der Vorperiode. Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt stabilisierte sich gegen Ende 2009 vorübergehend, im Februar gab es allerdings einen Wiederanstieg der Arbeitslosigkeit um 3,7 % (insgesamt 312.906).


Brancheneinschätzung im 1. Quartal 2010 zurückhaltend optimistisch
Laut WIFO Konjunkturtest, durchgeführt im Auftrag der Österreichischen Möbelindustrie, wird die wirtschaftliche Situation von den befragten Möbelherstellern weiterhin als schwierig bezeichnet. Ein Indikator dafür ist der anhaltende negative Trend bei der Kapazitätsauslastung mit 76,69 %. Bei einigen anderen Indikatoren sind die Werte allerdings nicht mehr ganz so kritisch wie noch in einigen Quartalen des vergangenen Jahres. Im Bereich der langlebigen Konsumgüter wie Möbel oder Haushaltsgeräte ist die Produktionstätigkeit in den letzten Monaten stabil geblieben. Die Auftragsbestände befinden sich aber weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Die Produktionserwartungen für die kommenden 3 Monate sind je nach Teilbranche unterschiedlich und werden vor allem von Wohn- und Küchenmöbelherstellern positiv eingeschätzt. Die Verkaufspreise werden als leicht rückläufig beschrieben. Die Entwicklung beim Beschäftigtenstand ist stabil. Zwiespältig fällt die Aussicht auf die kommenden Monate aus: Die Unternehmen bleiben per Saldo optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung ihrer Geschäftslage, da der Inlandsmarkt sich auf stabilem Niveau entwickelt. Die Konsumstimmung hat sich nicht wesentlich verändert. Eine negative Entwicklung am Arbeitsmarkt könnte allerdings Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben. Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt die Erholung der Exportmärkte, es bleibt abzuwarten wie schnell die Konjunktur in den Zielmärkten anspringen wird.


Produktionsrückgang um -12,8 % (1.-3. Quartal 2009) - Wohnmöbelbereich stellt sich gegen den Trend
Im Zeitraum der ersten drei Quartale 2009 betrug der Rückgang in der österreichischen Möbelproduktion -12,8 % bei einem Gesamtwert von EUR 1,69 Mrd.. Am geringsten war dabei die Nachfrage bei Sitzmöbel (-37,6 %, EUR 203 Mio.), gefolgt von Büromöbel (-25,5 %, EUR 183 Mio.) und Ladenmöbel (-10,9 %, EUR 123 Mio.). Im Gegensatz dazu gibt es in Österreich einen positiven Trend im Wohnmöbelbereich: Die Küchenmöbelindustrie bewegt sich weiterhin auf stabilem Niveau mit +2,6 % (EUR 186 Mio.), ebenso positive Signale kommen aus der Matratzenindustrie mit einer Produktionssteigerung von 5,3 % auf einen Wert von EUR 85 Mio.. Stärkere Zuwächse vermelden die Hersteller von Schlaf-, Ess- und Wohnzimmermöbel: insgesamt wurden hier in den ersten drei Quartalen 2009 um 9,1 % mehr produziert, bei einem Gesamtwert von EUR 244 Mio.


Österreichische Möbelexporte gingen 2009 insgesamt um -14,6 % zurück
2008 gab es einen leichten Exportrückgang um -2,8 % (EUR 1,55 Mrd.). 2009 verzeichnen wir ein beachtliches Minus von -14,6 % (EUR 1,32 Mrd.), allerdings ist dieser Wert im Kontext der Weltwirtschaftskrise zu sehen. In allen EU Märkten gab es einschneidende Rückgänge, teilweise mit extrem hohen Verlusten. Im Vergleich dazu waren die Auswirkungen für die österreichischen Möbelhersteller moderat: Italien Produktion: -15,4 % / EUR 17,5 Mrd., Export: -28,7 % / EUR 6,5 Mrd. UK Produktion: -11,4 % / EUR 10,9 Mrd., Export: -26,7 % / EUR 0,8 Mrd. Ungarn Produktion: -19,9 % / EUR 1,5 Mrd., Export: -35,3 % / EUR 0,5 Mrd. Polen bildet die einzige Ausnahme mit einer Produktionssteigerung von 2,6 % / EUR 6,1 Mrd., wobei der Export auch hier mit -25,8 % eingebrochen ist (EUR 4,3 Mrd.)


Wichtige Exportmärkte:
EU 26
: -16,8 % (EUR 1 Mrd.):Die Top 3 Exportländer sind Deutschland (-11,3 %, EUR 524 Mio.), Italien (-37,8 %, EUR 105 Mio.) und Polen mit einem vergleichsweise geringen Rückgang von nur -0,9% (EUR 54 Mio.). Der stärkste Rückgang nach Deutschland betraf die Büromöbel mit -37,1 %. Nach Italien gab es die großen „Ausreißer“ in fast allen Bereichen (Büro-, Sitz- und Ladenmöbel rund 60 % Rückgang, Wohnmöbel -52,5 %, Küchenmöbel -6,1 %, nur die Matratzenhersteller verbuchten ein Exportplus von 10,8 %). EFTA Raum: im Gegensatz dazu war der EFTA Raum relativ stabil mit einem Exportplus von 1,4 % (EUR 147 Mio.) Die Schweiz, als wichtigster Handelspartner außerhalb der EU, verbuchte ein Plus von 2,8 % (EUR 138 Mio.). Resteuropa: Auch hier gab es Einbußen mit -11,1% (EUR 63 Mio.). Kroatien (EUR 28 Mio., +8,1 %) und Russland (EUR 22 Mio.,-17 %) sind hier die wichtigsten Märkte. Asien: der rückläufige Trend der Möbelexporte nach Asien war auch 2009 weiter spürbar (-14 %, EUR 73 Mio.), Japan verzeichnete ein starkes Minus von -28,1 % (EUR 28 Mio.). Amerikanischer Raum: Exportrückgang um -29,7 % (EUR 15 Mio.), in die USA wurden um -37,7 % (EUR 8 Mio.) exportiert.


Exportrückgang betrifft alle Teilbranchen außer Matratzenhersteller
Der Exportrückgang im Jahr 2009 betrifft alle Teilbranchen außer der Matratzenindustrie. Dieser erwirtschaftete ein Plus von rund EUR 77 Mio. (+2,6 %). Stärkste Verluste gab es in der Büromöbelbranche (-32,5 %, EUR 97 Mio.), gefolgt von Sitzmöbel (-20 %, EUR 301 Mio.) und Ladenmöbel (-19,1 %, EUR 126 Mio.).Küchenmöbel exportierten um
-8,7 % weniger als im Vorjahr (EUR 41 Mio.) und Wohnmöbel um -11,4 % (EUR 204 Mio.).


Möbelimporte nach Österreich sind 2009 insgesamt um -6,7% gesunken
Das Importvolumen beträgt EUR 1,63 Mrd. bei einem Rückgang um -6,7 %. Aus den EU 26 wurden um -7,5 % (EUR 1,39 Mrd.) importiert. Die wichtigsten drei Importländer sind Deutschland (-3,8 %, EUR 837 Mio.), Italien (-5,0 %, EUR 144 Mio.) und Polen (+3,4 %, EUR 117 Mio.). Aus der Schweiz war der Import mit -6,4 % (EUR 40 Mio.) rückläufig. Resteuropa: verzeichnet gegen den Trend eine Steigerung von +6,7 % (EUR 40 Mio.), besonders hervorzuheben ist hier die Türkei mit EUR 14 Mio. (+2,9 %). Asien: die steigenden Importe aus Asien halten auch 2009 an, bei einem Gesamtwert von EUR 141 Mio. (+10,8 %). China bleibt stärkster Importeur und baut mit hohem Tempo diese Position noch weiter aus mit einem Plus von +10,9 % (EUR 106 Mio.).


Wohnen& Interieur Messe 2010
Die Wohnen & Interieur ist Österreichs größte Publikumsmesse für Wohn(t)räume und bietet mit einem sehr breiten Themenbogen – von Küchen über klassische Wohnmöbel bis zu Home Entertainment und Garten – einen topaktuellen Überblick über die neuesten Trends. Diese außergewöhnliche Leistungsschau der heimischen Einrichtungsbranche nutzen auch heuer wieder rund 500 Aussteller. Ein Großteil der Firmen der österreichischen Möbelindustrie ist hier vertreten und nutzt die einzigartige Gelegenheit, sich im heimischen Markt zu präsentieren und die Konsumenten direkt vor Ort aus erster Hand zu informieren und zu beraten.


Trends
Gegenwärtig beobachten wir eine positive Verbraucherstimmung im Wohnmöbelbereich, denn die Einrichtung der eigenen vier Wände steht wieder hoch im Kurs! Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ziehen sich die Menschen verstärkt in die eigenen vier Wände zurück und investieren in Produkte, die das Leben schöner machen. Die Konsumenten sind bereit ihr Geld in langlebige, werterhaltende Produkte wie Möbel und Einrichtungsgegenstände zu investieren. Diese werden als sichere und nachhaltige Investition gesehen. Darin liegt auch eine starke Chance für österreichische Qualitätsmöbel. Im Konsumverhalten gibt es eine Zweiteilung: für einen Bereich ist der billige Preis das Entscheidungskriterium, für den anderen Bereich zählen auch Kriterien wie Funktion, Design, Material, dauerhafte Qualität. Immer stärker im Bewusstsein sind dabei auch die besondere Produkthygiene, Umweltfreundlichkeit und Gesundheitsfördernde Materialien. Die „cradle to cradle“ –Philosophie, „von der Wiege zur Wiege“ wird daher auch in der Möbelindustrie an Bedeutung gewinnen, da Umweltschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit die prägenden Themen der nächsten Jahre sein werden. Es geht darum, Umweltverschmutzung und Abfall zu vermeiden. Produkte werden dabei aus Materialien hergestellt, die in Wiederverwertungskreisläufen geführt werden, um Ressourcen zu schonen. Dieser Prozess bedeutet aber auch eine Umstellung der Produktentwicklung und des –ablaufes. Hier bedarf es einer Zusammenarbeit mit den Vorlieferanten, um gemeinsam ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Auch Forschungsgesellschaften werden hier gefordert sein, um entsprechende sinnvolle Schritte seitens der Möbelindustrie setzen zu können.


Rückbesinnung auf traditionelle Werte wie Sicherheit und Vertrauen
Die Küche ist heute Wohnraum und Kommunikationszentrum zugleich. Kochen in den eigenen vier Wänden liegt im Trend. Dieser Trend hat sich in letzter Zeit noch verstärkt, eine


Die Österreichische Möbelbranche als wichtiger Wirtschaftszweig
Zur Österreichischen Möbelindustrie zählen 53 Betriebe, die zusammen rund 7.300 Personen beschäftigen. Die überwiegende Anzahl dieser Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe in privater Hand. Zusammen mit dem Gewerbe (rund 8.200 Mitgliedsfirmen, ca. 30.600 Beschäftigten) ist die Möbelbranche ein bedeutender Wirtschaftszweig und Arbeitgeber in Österreich mit einem klaren Bekenntnis zum heimischen Standort durch entsprechende Investitionsprogramme und Mitarbeiterausbau in bestimmten Teilbranchen.
(Quelle: Österreichische Möbelindustrie)

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