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Kampf gegen Billigimporte und steigende Holzpreise

Vorkrisenniveaus bald wieder erreicht

„In einem hart umkämpften Marktumfeld ist die deutsche Parkettindustrie auf einem guten Weg, die Krisen bedingten Rückgänge der Jahre 2008 und 2009 wieder auszugleichen. Während in den Jahren 2008 und 2009 die Parkettproduktion noch um jeweils 12,5 Prozent deutlich zurückgegangen ist (Wert: 8,2 Mio. m2), konnte sie sich im Jahr 2010 bereits um 13,2 Prozent auf 9,3 Mio. m2 erholen. Das erste Quartal 2011 lag zwar wieder um 3,2 Prozent im Minus, jedoch muss diese geringfügige Abwärtsentwicklung vor dem Hintergrund eines sehr guten Vorjahresquartals (+12,5 Prozent) gesehen werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im vergangenen Jahr Bodenbeläge im Wert von ca. 3,4 Mrd. € im produziert. Hieran haben die Holz basierten Beläge (Laminat und Parkett) einen Marktanteil von zusammen 50 Prozent. Deutlich dominiert jedoch das Laminat mit einem Anteil von 43 Prozent bzw. 1,4 Mrd. € Produktionswert. Parkett kommt auf 7 Prozent (242 Mio. €). Textile Bodenbeläge haben einen Anteil von 21 Prozent (703 Mio. €), Fliesen von 15 Prozent (488 Mio. €) und Kunststoff von 14 Prozent (485 Mio. €). Während binnen der vergangenen sechs Jahre das Parkett seinen Anteil nahezu halten konnte (-1 Prozent), verlor insbesondere der Teppichbelag an Boden (-7 Prozent). Einzig deutlicher Profiteur war das Laminat, das um 8 Prozentpunkte zulegen konnte. Da sich hier jedoch mittlerweile eine gewisse Sättigung eingestellt hat, dürfte der Anteil mittelfristig eher leicht rückläufig sein.

Gemäß einer Studie des SN-Verlages aus dem Jahr 2010 scheinen diese Angaben zu den Marktanteilen jedoch insbesondere für die textilen Bodenbeläge etwas unterzeichnet zu sein, da zusätzlich die großen Importmengen berücksichtigt werden müssen. Pro Jahr werden in Deutschland demnach etwa 300 Mio. m2 Bodenbeläge verkauft. Parkett hat hieran einen Anteil von knapp sieben Prozent (20 Mio. m2 Inlandsverfügbarkeit). An Laminat wird in Deutschland pro Jahr etwa 80 Mio. m2 abgesetzt, was einem Anteil von 27 Prozent entspräche. Gemäß diesen Zahlen kommen die Holz basierten Produkte auf einen Anteil von zusammen etwa 34 Prozent. Teppich erlangt etwa ein Drittel Marktanteil, womit ein weiteres Drittel auf Keramik und Kunststoff entfällt.

Der Inlandsmarkt für Parkett hat im Jahr 2010 wieder das Durchschnittsniveau der vergangenen 10 Jahre erreicht. Nach den deutlichen Rückgängen des Gesamtmarktes in den Jahren 2008 und 2009 von zusammen rund 20 Prozent, hat es im vergangenen Jahr einen fast ebenso steilen Anstieg des Inlandsmarktes gegeben (+17 Prozent). Hierzu hat einerseits der deutliche Anstieg der inländischen Produktion beigetragen, der bei den vdp-Mitgliedern 13,3 Prozent betragen hat. Noch spürbarer haben sich jedoch im Jahr 2010 die Importe nach oben entwickelt. Hier kam es zu einem Anstieg um 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung macht deutlich, dass die seit Jahren spürbare Importkonkurrenz für die heimischen Hersteller aktuell nochmals an Schärfe zugenommen hat.

Die Importpenetrierung des deutschen Parkettmarktes – also der Anteil der Importware an den insgesamt in Deutschland verkauften Sortimenten – näherte sich im Jahr 2010 mit einem Wert von 75 Prozent (74,7 Prozent) wieder den ehemaligen Höchstständen an. Dies bedeutet, dass mittlerweile drei Viertel der in Deutschland verkauften Parkettfußböden aus dem Ausland kommen. Besonders starke Steigerungen bei den Importen waren aus den Ländern China, Litauen, der Slowakei und Malaysia zu verzeichnen. Diese Länder stehen eher für die preisaggressive Ware im Markt. Bei dem volumenmäßig bedeutsamen Segment des Mehrschichtparketts belegt China mittlerweile hinter Österreich den zweiten Platz bei den Ursprungsländern für Importware.

Als besondere Herausforderung erleben die deutschen Parketthersteller derzeit die massiven Kostensteigerungen in den Bereichen Rohstoffe, Materialien und Energie. Aufgrund der zunehmenden Nutzungskonkurrenz um den Rohstoff Holz und wegen des künstlich verknappten Angebots ist es hier zu einer drastischen Verteuerung gekommen. Wie sich aus einer internen Verbandsumfrage ergeben hat, haben sich die Beschaffungskosten für Nadelholz (Mittellage) im Frühjahr 2011 binnen Jahresfrist um in der Spitze 20 Prozent verteuert. Bei Hartholz ist es insbesondere bei der Eiche zu Preisanstiegen von rund 10 Prozent gekommen. Zudem haben sich Kostensteigerungen in den Segmenten Lack und Leim, Furnier, Verpackung und Transport ergeben. In welchem Umfang diese Steigerungen an den Markt weitergeben werden können, wird sich im Jahresverlauf zeigen und differiert sicherlich stark von Hersteller zu Hersteller.

Mittelfristig ist mit einer weiteren Verteuerung des Rohstoffes Holz zu rechnen. In den Bundesländern ist eine zunehmende Tendenz dahingehend zu beobachten, das wirtschaftliche Flächen aus Umwelt-, bzw. Naturschutzgründen aus der Nutzung genommen werden. Mit der Ausweisung von Nationalparks wird die Bewirtschaftung tendenziell eingeschränkt, was das Holzangebot weiter verringert. Da auf der anderen Seite eine zunehmende Nutzungskonkurrenz zur energetischen Verwertung von Holz zu beobachten ist, entsteht weiterer Druck auf das Angebot und die Preise. Die beabsichtigte Energiewende der Bundesregierung hin zu einer nachhaltigen Erzeugung von Wärme und Strom ist grundsätzlich zu begrüßen, muss jedoch auch die stoffliche Nutzung des Holzes in die Überlegung einbeziehen (Kaskadennutzung).

Nach einigen Jahren deutlicher Bauflaute in Deutschland ziehen bereits seit dem vergangenen Jahr die Aktivitäten insbesondere im Wohnungsbau spürbar an. Die genehmigte Wohnfläche ist 2010 um 7,1 Prozent und in den ersten drei Monaten 2011 um 32,5 Prozent gestiegen. Gemäß einer mittelfristigen Prognose des ifo-Instituts wird dieser positive Trend auch in den kommenden Jahren anhalten. Für den privaten Wohnungsbau werden bis zum Jahr 2020 um 9,5 Prozent steigende Baugenehmigungen vorhergesagt. Auch für den Gewerbebau sind Steigerungen von 2,2 Prozent und für den öffentlichen Bau ein Rückgang von 9,8 Prozent zu erwarten.“



Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V.:
Der Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. (vdp) wurde 1950 in Wiesbaden gegründet. Seit 2006 befindet sich die Geschäftstelle in Bad Honnef. Zurzeit sind 24 Parkett-Hersteller im vdp organisiert, die mehr als 90 Prozent der deutschen Parkettproduktion repräsentieren. Auf seiner Website www.parkett.de informiert der vdp Fachleute und Endverbraucher über alles Wissenswerte rund um das Parkett. (Quelle: vdp - Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. - 06/2011)

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