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hagebau: In Deutschland Plus von 3,8 Prozent

hagebau Gruppe für 2009 gut aufgestellt 2008 Rekordumsatz von 3,9 Mrd. Euro erzielt

Die hagebau, Soltau, erwartet für 2009 ein schwieriges Jahr, rechnet aber dennoch mit einem Plus von 1,5 Prozent im Warenumsatz. Die Gruppenerlöse sollen erstmals die Vier-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten. „Niemals war die Planungsunsicherheit so groß wie zurzeit. Dank unserer zukunftsorientierten Konzepte sind wir jedoch optimal aufgestellt, um den Risiken sturmfest zu begegnen“, begründete Heribert Gondert auf der Winterarbeitstagung (WAT) der Kooperation in Magdeburg die optimistische Prognose. Der Sprecher der hagebau Geschäftsführung verwies auf die positiven Zahlen 2008. Laut Hochrechnung steigerte die Unternehmensgruppe ihren zentral fakturierten Umsatz im vergangenen Jahr um beachtliche 3,5 Prozent auf 3,935 Mrd. Euro und somit auf das höchste Niveau in ihrer 44-jährigen Unternehmensgeschichte. In Deutschland stiegen die Erlöse sogar um 3,8 Prozent auf 3,665 Mrd. Euro. Auch die Perspektiven für das Ergebnis sind ausgezeichnet. Die Kooperation erwartet für 2008 zum sechsten Mal in Folge einen Rekordgewinn. „Unsere Positionierung als führende Fachhandels- und Einzelhandelsgruppe im Verbund mit Beteiligungspartnerschaften hat sich in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erneut als Erfolgsrezept erwiesen“, zeigte sich Aufsichtsratsvorsitzender Rolf J. Wertheimer (Baden-Baden) sehr zufrieden. Zwar war die Entwicklung der einzelnen Gesellschafterhäuser regional sehr unterschiedlich, insgesamt sind jedoch sowohl der hagebau Fachhandel als auch der Einzelhandel weiter gewachsen. Der Einkaufsumsatz im Baustoff-, Holz- und Fliesenhandel erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 2,243 Mrd. Euro. Wachstumsmotor war der Baustoffhandel mit einem Plus von 5,4 Prozent, was positiven Einflüssen aus dem Tief- und GaLaBau sowie dem Industrie- und Gewerbebau zu verdanken ist. Dagegen ging der Wohnungsbau weiter zurück. Trotz des schwachen Marktes konnte der hagebau Fliesenhandel das Vorjahresniveau nahezu halten ( 0,1 Prozent). Der zentral fakturierte Einkaufsumsatz im Sortimentsbereich Holz ging leicht um 1,4 Prozent zurück, was jedoch hauptsächlich auf den Preisverfall bei Schnittholz/Hobelware sowie bei Holzwerkstoffen zurückzuführen ist.

Rolf J. Wertheimer ging in seiner Rede auf der WAT auf den Strukturwandel im Fachhandel ein. „Die meisten Gesellschafter haben sich in den letzten Jahren einem Spezialisierungspaket angeschlossen und sich so vom klassischen Händler zum modernen Dienstleister entwickelt“, erläuterte er die Konsequenzen für die hagebau. Der Erfolg gebe diesem Konzept Recht: „Wir sind in fast allen Regionen Marktführer.“

Spitze in der DIY-Branche
Im DIY-Geschäft konnten die 294 (Vorjahr: 290) hagebaumärkte ihre Verkaufserlöse um 3,8 Prozent steigern. Die hagebau Einzelhandelssparte lag damit über der vom BHB gemeldeten Branchenentwicklung. „Unsere Strategie wurde bestätigt“, sagte hagebau und ZEUS Geschäftsführer Michael Baumgardt und hob die positiven Ergebnisse des Deutschen Kundenmonitors hervor: Mit fünf Erstplatzierungen bei den Kriterien Erreichbarkeit, Gestaltung der Verkaufsräume und Atmosphäre, Freundlichkeit der Mitarbeiter, Wartezeit an den Kassen sowie Umweltorientierung konnten die hagebaumärkte ihre Profilierung als Leistungsanbieter gegenüber den anderen Baumarktbetreibern untermauern.

Multi-Channel-Geschäft wird zum Umsatzbringer
Zum Erfolg der hagebau Einzelhandelssparte hat auch das Multi-Channel-Geschäft beigetragen. Von den 47 Mio. Euro Umsatzsteigerung der hagebaumärkte im Jahr 2008 resultierten 48 Prozent aus dem Bestellumsatz mit baumarkt direkt, dem Joint Venture der hagebau und der Hamburger OTTO group. Die besten hagebaumärkte erzielten dank des Online- und Katalog-Sortiments einen Zusatzumsatz von über 200.000 Euro. Für 2009 wird ein weiterer Umsatzschub für baumarkt direkt durch die Aufschaltung des hagebau Fachhandels und der ZEUS Werkmärkte erwartet.

Gesellschafterzuwachs hält an
Ausgebaut hat die Soltauer Kooperation im Jahr 2008 auch ihr Standortnetz. Per Ende Dezember unterhielten die 294 deutschen und österreichischen Gesellschafter insgesamt 1.172 Betriebsstätten, davon 1.027 in Deutschland. Das entspricht einem Zuwachs in der Bundesrepublik von 74 Standorten. Gleichzeitig ging die Zahl der Gesellschafter um zwei zurück. „Wir verlieren kleinere Unternehmen und gewinnen größere, leistungsfähigere hinzu“, kommentierte Heribert Gondert diese Entwicklung. Das Wachstum der hagebau hält auch 2009 an: Zu Jahresbeginn schlossen sich bereits drei neue Gesellschafter mit 22 Standorten der Kooperation an. Als wesentlichen Vorteil – gerade in der aktuellen Finanzkrise – bezeichnete Heribert Gondert die gute Eigenkapitalausstattung der hagebau. Durch die hagebau Capital GmbH konnten 2008 insgesamt 3,2 Mio. Euro neues Eigenkapital eingeworben werden. Auch die Gesellschafter haben ihre Hausaufgaben gemacht: Die Eigenkapitalquoten an den Standorten stiegen auf durchschnittlich 30 Prozent der Bilanzsumme. „Im Umfeld des Handels ein sehr guter Wert“, sagte Heribert Gondert in Magdeburg.

Neues Konzept für Winterarbeitstagung
Die WAT verzeichnete rund 300 Teilnehmer und hatte ausschließlich Gesellschafter und Entscheider der hagebau Standorte im Fokus. Unter dem Motto „Wir sind die hagebau“ präsentierte die Soltauer Zentrale ihre ertragssteigernden Dienstleistungen und strategischen Konzepte über alle Sparten der Kooperation hinweg. Dazu standen an elf Ausstellungsständen Mitarbeiter von 15 Fachabteilungen von hagebau und ZEUS zur Verfügung. Die Veranstaltung bildete für die Teilnehmer somit eine ideale Plattform zur Begegnung und Kommunikation. Das umfangreiche Rahmenprogramm der WAT fand ebenfalls reges Interesse.

„Wir sind die hagebau“
Einen Ausblick auf die Entwicklung der hagebau gaben Vorträge der Soltauer Zentrale. Unter dem Titel „Zeit zu zeigen, wer wir sind“ stellten der Geschäftsführer Dr. Manfred Toscani und Jörg Westergaard, Abteilungsleiter Fachhandelsmarketing, ein konkret ausgearbeitetes Grundsatzkonzept für die Markenführung im Fachhandel vor. „Wir brauchen eine Strategie, die sowohl auf Profikunden als auch auf Endkunden ausgerichtet ist“, sagte der Geschäftsführer und plädierte für die duale Markenführung. Dabei wird die lokale Marke des Händlers mit der nationalen Marke der hagebau in Form des bekannten Achtecks kombiniert. „So gelingt es – insbesondere vor dem Hintergrund sich verändernder Marktstrukturen – die lokalen Marken mit der Marke hagebau positiv aufzuladen“, betonte Dr. Manfred Toscani. Eine zentrale Rolle spielt dabei der neue Markenkern des hagebau Fachhandels, der sich mit den Attributen „professionell, nah, solide und persönlich“ präsentiert. Nochmals untermauert wird die Positionierung der Fachhandelsmarke mit dem neuen Claim „Mehr möglich machen“. Abschließend rief der Geschäftsführer die anwesenden Gesellschafter auf: „Es ist Zeit, dass wir unser Selbstbewusstsein nach außen tragen: Wir sind die hagebau!“ Die Mehrzahl der Gesellschafter begrüßte das Konzept. „Nur bekannte Marken können ihre Stärke zeigen und werden wahrgenommen“, sagte Rolf J. Wertheimer. „Mit dem hagebau Achteck schaffen wir ein Gegengewicht zu den großen Konzernen unserer Branche.“ Die Zentrale erarbeitet bis Mitte 2009 ein komplettes Manual zum neuen Corporate Design. Mit der Umsetzung soll bereits im dritten Quartal begonnen werden.

Neues Angebot: Systematisierung für kleinere Baustoffhändler
Neben der Kombimarke wurde ein weiteres Projekt des hagebau Fachhandels erstmals auf der WAT präsentiert: Hartmut Goldboom, Bereichsleiter Baustoffhandel, und Michael Sylvester, ZEUS Bereichsleiter Geschäftsfeldentwicklung Einzelhandel, stellten das neue Konzept „Der systematisierte Baustoffhandel“ vor. Ein solches System für den Fachhandel ist in Deutschland einzigartig. Zielgruppe sind hagebau Gesellschafter mit einem Umsatz von weniger als 4 Mio. Euro. „Damit helfen wir kleineren Standorten mit Nahversorgungs-Charakter ihren wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen“, betonten die Bereichsleiter.

prohibis liefert wertvolle Daten für Unternehmenssteuerung
Mit dem Thema „prohibis – Das Instrument für die Unternehmenssteuerung“ beschäftigte sich ein weiterer Vortrag. Nach einem Blick auf den Status von prohibis und einer Ausschau auf die wesentlichen Projekte in 2009 durch Volker Gölz, Leiter des hagebau Datendienstes, präsentierten Dieter Withelm, Abteilungsleiter Vertrieb, und Carsten Zoll, Abteilungsleiter Kundenprojekte, die prohibis Profitcenterrechnung, die exzellente Daten über den Zustand des Unternehmens in allen Bereichen liefert. Die Vertriebssteuerung ermittelt mit ABC-Analysen die profitablen Kunden und hält Kurs bei den Planungen und Besuchsrhythmen der Außendienstmitarbeiter. Die Sortimentssteuerung wiederum optimiert das Lagersortiment und hat dabei die Umschlagshäufigkeit der einzelnen Produkte ebenso im Blick wie Roherträge und Kommissionsgeschäfte. Sehr wertvoll ist auch die prohibis Liquiditätssteuerung, die aussagekräftige Prognosen über die erforderlichen finanziellen Mittel für kurzfristig anstehende Aufgaben erstellt.

Prof. Dr. Norbert Walter sprach über Finanzkrise
Ein besonderes Highlight der WAT war der Gastvortrag von Prof. Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe, zum Thema „Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf den Mittelstand“. Er beschrieb die aktuelle Situation mit einem anschaulichen Bild: „Wir sind im Schlauchboot, aber wir wissen nicht, wie weit das Ufer weg ist.“ Der Experte kritisierte, dass sich das Konjunkturprogramm der Bundesregierung erst 2010 auf die Baubranche auswirke. Die Förderung könne der hagebau jedoch Impulse bringen. Negativ mache sich der Bevölkerungsrückgang bemerkbar, der ab 2015 noch dramatischer werde und die hagebau Standorte ganz unterschiedlich treffe. „Zuzugsgebiete werden attraktiv bleiben“, so Dr. Norbert Walter. Verlierer seien dagegen kleinere Städte in Mittel- und Ostdeutschland. Sein Fazit: „Deutschland wird ein Markt sein, in dem man lernen muss, auch dann erfolgreich zu sein, wenn keine wachsenden Volumina mehr da sind.“ (Quelle: hagebau - Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG - 02/2009)

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