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Die Vermeidung von illegalem Holzeinschlag ....

"Die Vermeidung von illegalem Holzeinschlag ist von existentieller Bedeutung für die Weltbevölkerung und die Sicherung der biologischen Vielfalt"

Der EU-Aktionsplan zur Vermeidung illegalen Holzeinschlags und des Handels mit Holz und Holzerzeugnissen illegaler Herkunft steht auf dem Prüfstand


11.06.08: "Illegaler Holzeinschlag gefährdet das Weltklima, bedroht die biologische Vielfalt und entzieht den Herkunftsländern jährlich rund zehn bis 15 Milliarden Euro Einnahmen für staatliche Aufgaben. Damit wird die Entwicklung und die Armutsbekämpfung in ohnehin besonders bedürftigen Regionen dieser Erde erschwert", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (11. Juni) beim dritten Forstkolloquium in der Landesvertretung Baden-Württembergs bei der Europäischen Union in Brüssel. Unter dem Thema 'Erhaltung der globalen Waldressourcen' wurden Strategien aus europäischer Sicht mit Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, der Bundesregierung und zahlreicher Verbände des Forst- und Umweltsektors erörtert.

"Die Erhaltung der globalen Waldressourcen zählt derzeit zu den wichtigsten und zugleich schwierigsten Aufgaben in der internationalen Forst- und Naturschutzpolitik. Das hat sich nicht zuletzt auf der Weltnaturschutz-Konferenz im Mai in Bonn gezeigt, auf der die Biodiversität der Wälder zu den wichtigsten Themen zählte. Sowohl das Waldschutzgebietsnetzwerk als auch der Schutz der Wälder vor illegalem Holzeinschlag zählte zu den umstrittensten Themen. Die EU hat hier mit ihren Lösungsvorschlägen eine sehr konstruktive Rolle gespielt und mit Formulierungen aus dem FLEGT[1]-Aktionsplan erst einen Beschluss ermöglicht", würdigte Forstminister Hauk die Rolle der Europäischen Union.

Die weltweite Waldfläche betrage 3,9 Milliarden Hektar, davon seien rund 319 Millionen Hektar (acht Prozent) mit einem Waldzertifikat ausgestattet, welches eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Waldwirtschaft bestätigt. Knapp 90 Prozent der zertifizierten Waldflächen lägen jedoch in Nordamerika und Europa. Die Waldzertifizierungssysteme seien in den 90er Jahren jedoch als Mittel gegen die Tropenwaldzerstörung entwickelt worden. Somit würden die kritischen Regionen des illegalen Holzeinschlags in Afrika, Asien und Südamerika von den Zertifikaten bis heute kaum erreicht, folgerte Hauk. Mit einigen Staaten seien zwar Verhandlungen für freiwillige Partnerschaftsabkommen aufgenommen worden. Leider habe die EU aber noch keinen Durchbruch erzielen können.

"Ich begrüße die Initiative der EU-Kommission für einen weiteren Schritt zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags. Maßstab für die Einführung neuer Handlungsoptionen gegen den illegalen Holzeinschlag muss aber sein: keine zusätzliche Belastung und keine Erhöhung der Standards für nachhaltige Forstwirtschaft in Mitteleuropa", appelliert Hauk an die Europäische Kommission.

(Quelle: Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg)

Zusatzinformationen

FLEGT-Aktionsplan

Der FLEGT-Aktionsplan (Forest Law Enforcement, Governance and Trade / Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor) wurde im Jahr 2003 von der Europäischen Kommission aufgestellt. Er versteht sich als Maßnahmenbündel, mit dem die EU dem Problem des illegalen Holzeinschlags und dem Handel mit Holz und Holzprodukten illegaler Herkunft begegnen will.

Ende 2005 verabschiedete der Rat der Europäischen Union eine Verordnung zur Einrichtung eines FLEGT-Genehmigungssystems für den Import von Holzprodukten aus Ländern mit FLEGT-Partnerschaftsabkommen. Gleichzeitig wurde die EU-Kommission beauftragt, mit interessierten Holz produzierenden Ländern in Verhandlungen über Partnerschaftsabkommen (Voluntary Partnership Agreement – VPA) auf freiwilliger Basis einzutreten. VPA-Verhandlungen laufen derzeit mit Malaysia, Indonesien, Ghana und Kamerun. Sie gestalten sich trotz beiderseitigem Bemühen langwierig und schwierig. Deutschland zählt zu den wenigen EU-Mitgliedsstaaten, die die EU in diesem schwierigen Prozess aktiv unterstützen.

Vier Optionen werden derzeit auf EU-Ebene diskutiert:
1. Freiwillige Partnerschaftsabkommen mit den Holzexportländern
2. Freiwillige Regelungen der Holzwirtschaft
3. Importverbote für illegal geschlagene Hölzer
4. Handel- und Besitzverbote für illegal geschlagene Hölzer

Aufgrund der Dimension des illegalen Holzeinschlags bereitet die EU weitergehende Rechtsoptionen vor. Entsprechende Verordnungsentwürfe werden in Kürze erwartet.



Forstliche Strukturdaten zur EU-27

Mit der Erweiterung der EU-15 um zwölf Staaten am 1. Mai 2004 und 1. Januar 2007 hat die Bedeutung der Forstpolitik in der EU - wie schon 1994 mit den Beitritten Österreichs und der skandinavischen Länder - erneut zugenommen. Die Waldfläche stieg um zirka 25 Prozent. Die jüngsten Mitgliedsstaaten (Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern) haben eine Waldfläche von insgesamt 34 Millionen Hektar. Im Zuge der Erweiterung stieg die Waldfläche der EU von 136 auf 170 Millionen Hektar an (Deutschland: 10,7 Millionen Hektar; Baden-Württemberg 1,38 Millionen Hektar). Durch die EU-Osterweiterung sind die Holzreserven um etwa 47 Prozent und die Zahl der Waldbesitzer von stark zehn auf rund 16 Millionen (Baden-Württemberg ca. 0,3 Millionen) angestiegen.

(Quelle: Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg)

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