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BaySF|Gutes Ergebnis trotz globaler Holzmarktkrise

Die Bayerischen Staatsforsten ziehen für das Geschäftsjahr 2009 eine positive Bilanz für Wald und Unternehmen. Das Waldunternehmen hat weit über die Fachplanungen hinaus in die Pflege und Erneuerung der Wälder investiert. Bei der Anlage von Neukulturen konnten die bayerischen Staatswaldförster das Soll um fast dreißig Prozent übertreffen und pflanzten über elf Millionen Bäume. Bei der Pflege junger Wälder übertrafen sie die Anforderung um fast 670 Hektar. Insgesamt nehmen die Vorräte im Staatswald und die Staatswaldfläche weiter zu. Der Holznutzungen blieben mit 4,66 Millionen Kubikmeter Holz unter dem jährlichen Zuwachs von 6,1 Millionen Kubikmeter. Die Wohlfahrtswirkungen des Staatswaldes wurden durch zahlreiche Erholungsprojekte und -kooperationen weiter verbessert. Durch das im Mai 2009 veröffentlichte Naturschutzkonzept für die Gesamtfläche von 805.000 Hektar wird künftig ein wesentlicher Beitrag zur Bayerischen Biodiversitäts-strategie geleistet. Trotz einer reduzierten Holzverkaufsmenge, eines Preisdrucks auf den Holzmärkten aufgrund der globalen Wirtschaftskrise und nach Erfüllung aller forstfachlich notwendigen Waldpflegemaßnahmen weisen die Bayerischen Staatsforsten einen Gewinn nach Steuern von 35,1 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2008: 62,0 Millionen Euro) aus.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren schwierig. Trotzdem hat das Unternehmen wieder den Spagat zwischen ökologisch anspruchsvoller und ökonomisch erfolgreicher Forstwirtschaft geschafft“, so Aufsichtsratsvorsitzender Staatsminister Helmut Brunner über das Gesamtergebnis. Vor allem die Erfolge beim Umbau der Wälder hin zu stabilen Mischwäldern seien beachtlich.

Die Holzverkaufsstrategie der Bayerischen Staatsforsten, Preisschwankungen auf dem Spotmarkt durch längerfristige Verträge abzufedern, hat sich laut Vorstandsvorsitzendem Dr. Rudolf Freidhager bewährt: „Mit einer ausgewogenen Mischung aus mittel- und langfristigen Lieferverträgen sowie einem gut ausbalancierten Mix aus Groß- und Kleinkunden haben wir in einem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ein hervorragendes Ergebnis erzielt.“ Die Bayerischen Staatsforsten erwirtschaften rund 90 Prozent ihres Umsatzes über den Holzverkauf. Das Plus sei zwar deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr, aber viel besser als während des Geschäftsjahres prognostiziert. Mit 4,8 Millionen Festmetern Holz wurden rund 600.000 Festmeter Holz weniger verkauft als im Geschäftsjahr 2008. „Wir schneiden kein gutes Holz in einen schlechten Markt“, ergänzt Freidhager. Fallende Holzpreise seien nicht durch höhere Nutzungen kompensiert, sondern die Einschlagsmengen reduziert worden.

Das Waldunternehmen konnte die in der forstlichen Fachplanung festgelegten Ziele für die Wiederbegründung von Wäldern deutlich übertreffen. Auf über 2.600 Hektar, also etwa der Fläche von 3.000 Fußballfeldern, wurden aktiv Bäume gepflanzt. 85 Prozent dieser Bäume waren Laubbäume und Tannen. „Das ist ein Beleg, wie ernst wir es mit dem Waldumbau meinen“, betonte Vorstand Reinhardt Neft. Auch bei der Pflege junger Wälder haben die Bayerischen Staatsforsten das Soll deutlich übererfüllt. Mit knapp 8.300 Hektar wurde der drittbeste Wert in diesem Jahrzehnt erreicht.

Das Bündeln des Holztransports aus dem Wald auf dauerhaft markierten Trassen gewährleistet einen Totalschutz von über 80 Prozent der Waldbodenfläche. Im Geschäftsjahr 2009 wurden weitere Schritte hin zu einem umfassenden Bodenschutz eingeleitet: Die zulässige Achslast der Forstspezialmaschinen wird reduziert und die Anforderungen an moderne Maschinen erhöht.

Seit dem vierten Geschäftsjahr betreiben die Bayerischen Staatsforsten an den Standorten Mertingen und Waldmünchen zusammen mit Partnern eigene Biomasseheizkraftwerke zur Produktion von Wärme und Strom mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 20 Millionen Euro. Ziel ist es, dauerhaft Einnahmen in verwandten Geschäftsfeldern zu erschließen, um die Abhängigkeit von den volatilen Holzmärkten zu verringern.

Personalvorstand Reinhardt Neft zeigte sich erfreut, dass das Unternehmen trotz Wirtschaftskrise sichere Arbeitsplätze bietet: „Wir wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng an das Unternehmen binden und setzen deshalb überwiegend auf unbefristete Arbeitsverträge und eine kontinuierliche Einstellung von Nachwuchskräften“, betonte Neft. Die Beschäftigtenzahl sank auf 2.912 Personen.

Dem laufenden Geschäftsjahr 2010 sieht Freidhager mit verhaltenem Optimismus entgegen: „Die Talsohle der Krise scheint überwunden. Ob sich die leichte Aufhellung am Konjunkturhimmel stabilisieren kann und womöglich ein wirtschaftlicher Aufschwung kommt, ist aber höchst unsicher.“ Die Bayerischen Staatsforsten seien aber auf alle Eventualitäten vorbereitet, die wichtigen Zukunftsinvestitionen seien gesichert: „Nach wie vor hat der Waldumbau im Hinblick auf den Klimawandel höchste Priorität. Wir werden weiterhin sicherstellen, dass der bayerische Staatswald für das Klima des Jahres 2100 gerüstet ist.

Wirtschaftliche Eckdaten:
(die Zahlen in Klammern sind die Werte von 2008)
Gesamtumsatz: 305,8 Mio. € (340,8 Mio. €)
Jahresüberschuss: 35,1 Mio. € (62,0 Mio. €)
Bilanzsumme: 443,0 Mio. € (437,8 Mio. €)
Beschäftigte (per 30.06.): 2.912 Personen (2.951 Personen)

Naturale Eckdaten:
Kulturen: 2.623 Hektar (2.994 Hektar)
Jungbestandspflege: 8.283 Hektar (8.500 Hektar)
Holzeinschlag: 4,66 Mio. Festmeter (4,96 Mio. Festmeter)
Holzverkauf: 4,8 Mio. Festmeter (5,4 Mio. Festmeter)
Zuwachs: 6,1 Mio. Festmeter (6,1 Mio. Festmeter)

(Quelle: Bayerische Staatsforsten - BaySF - 10/2009)

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