360 Mio. Euro für Papierfabrik in Eisenhüttenstadt
EnBW versorgt Europas größte Papiermaschine für Wellpappenrohpapier langfristig mit Dampf und Strom
Progroup AG setzte am 10. Dezember 2008 in Eisenhüttenstadt/Ostdeutschland mit dem offiziellen Spatenstich unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Matthias Platzeck einen weiteren Meilenstein in Richtung Zukunft mit dem Aufbau der neuen Papierfabrik von Propapier PM2 GmbH & Co. KG. Die neue Papierfabrik soll auf ca. 350.000 Quadratmeter Baugrundstück "auf der grünen Wiese" in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) realisiert werden. Die überbaute Fläche wird ca. 70.000 Quadratmeter betragen. Propapier PM2 GmbH & Co KG, eine Tochtergesellschaft der Progroup AG, wird mit der neuen Wellpappenrohpapiermaschine (PM2) im Jahr 2009 die Produktion aufnehmen. Propapier wird in Eisenhüttenstadt eine Jahresproduktion von 650.000 Jahrestonnen Wellpappenrohpapier herstellen. Eisenhüttenstadt zählt damit zukünftig zu den größten Papierstandorten in Europa. Einschließlich des integrierten Heizkraftwerkes beträgt das Investitionsvolumen ca. 630 Mio €.
Die Papiermaschine wird mit 10 Meter Arbeitsbreite ausgestattet und wird auf eine Arbeitsgeschwindigkeit von 1800 Meter/Minute ausgelegt. Es werden die Papiersorten Wellenstoff und Testliner III in den leichten Grammaturen von 70-110 gr/qm zukünftig auf dieser Anlage produziert werden. Zusammen mit der ersten Papierfabrik von Progroup ( PM1) am Standort Burg (Sachsen-Anhalt) erreicht die Gruppe zukünftig mit der zweiten Papierfabrik in Eisenhüttenstadt insgesamt eine Kapazität von 1 Mio. Tonnen Wellpappenrohpapiere.
Einen weiteren Investitionsschwerpunkt stellt die Errichtung eines Kraftwerkes, das die neue Papierfabrik energieeffizient mit Dampf und Strom versorgen wird, dar.
Ein hochmodernes Heizkraftwerk mit 150 MW Feuerungswärmeleistung, rund 30 MW elektrischer Leistung und ca. 1 Million Tonnen Dampf wird künftig Europas größte Papiermaschine für Wellpappenrohpapier mit Energie versorgen. Die Papiermaschine wird von der Progroup AG im Industriepark Eisenhüttenstadt errichtet, das für die Energieversorgung notwendige Kraftwerk von der EnBW Energy Solutions GmbH (ESG), einer 100 %-Tochter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Das rund 225 Millionen Euro teure, hochmoderne, ersatzbrennstoffgefeuerte Wirbelschicht-Heizkraftwerk wird von der EnBW finanziert, geplant, gebaut und betrieben. Die entsprechenden Verträge wurden von den Geschäftsleitungen der beiden Unternehmen am 18. Dezember 2008 unterzeichnet. Der Bau der Anlage steht unmittelbar bevor, die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist erteilt. Das Kraftwerk wird voraussichtlich zum Mai 2011 seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen.
„Mit dem Projekt, im Rahmen dessen rund 175 Arbeitsplätze in der Region Eisenhüttenstadt geschaffen werden, unterstreicht die EnBW ihre Rolle als Energiedienstleister und Partner der Industrie am Standort Deutschland. Eine Partnerschaft wie die mit unserem Kunden Progroup AG entsteht über viele Jahre und nur über ein nachhaltiges Engagement und Bekenntnis zum gemeinsamen Erfolg“, so Pierre Lederer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der EnBW und als COO auch für den Contracting-Bereich im Konzern verantwortlich.
Die ESG ist bereits seit dem Jahr 1999 für die Energieversorgung der Papiermaschine 1 der Progroup-Unternehmensgruppe am Standort Burg (Region Magdeburg) verantwortlich. Die Versorgung der Papiermaschine 2 am Standort Eisenhüttenstadt ist somit ein weiterer Schritt zum Ausbau der langjährigen Partnerschaft der beiden Unternehmen.
Für zunächst fünfzehn Jahre wird über ein Contracting-Modell mit der ESG der gesamte Dampf- und etwa die Hälfte des Strombedarfs der Papiermaschine am Standort Eisenhüttenstadt abgedeckt und damit die Energieversorgung für die Produktion von Wellpappenrohpapier höchster Qualität sichergestellt. Beim Bau der Anlage kommen modernste und effizienteste Technologien zum Einsatz. Als Brennstoffe werden die Reststoffe aus der Produktion der Papiermaschine und Ersatzbrennstoffe aus kommunalen und gewerblichen Abfällen eingesetzt, aber auch Klärschlämme aus der lokalen Abwasseraufbereitung können mitverfeuert werden. Die Anlage bietet zudem die technischen Voraussetzungen für einen Betrieb mit Steinkohle. Dieser Multifuelansatz ermöglicht es, sowohl alternative als auch fossile Brennstoffe einzusetzen und schafft damit höchste Flexibilität im Brennstoffmix für eine technisch-wirtschaftlich optimierte Energieerzeugung am Standort.
Der gesamte Strom für die Papierfabrik wird, solange das Heizkraftwerk seinen Betrieb noch nicht aufgenommen hat, d.h. ab dem Jahr 2009 bis zum kommerziellen Betrieb im Jahr 2011, komplett von der EnBW geliefert. Zur externen Stromversorgung finanziert, errichtet und betreibt die ESG auch den Netzanschluss der Papierfabrik an das Umspannwerk des vorgelagerten Netzbetreibers über zwei 110 kV-Kabelsysteme.
Progroup AG mit Sitz in Landau / Rheinland-Pfalz expandiert weiter mit der Errichtung der größten Papierfabrik für Wellpappenrohpapiere Deutschlands. Die neue Papierfabrik Propapier PM2 GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen von Progroup AG. Die Anlage der Papierfabrik wird in Eisenhüttenstadt / Brandenburg mit ca. 630 Mio. Euro Investitionsvolumen realisiert. Gebaut wird das Projekt auf der “grünen Wiese“ auf einer Baufläche von 350.000 qm mit einer umbauten Fläche von 70.000 qm. Die Produktion umfasst Wellpappenrohpapier der Sorten Testliner und Wellenstoff. Mit dem neuen Standort werden ca. 175 direkte und 500 indirekte Arbeitsplätze geschaffen und High-Tech-Innovationen für modernste Papiertechnologie realisiert. Progroup AG mit 12 Standorten in Europa beschäftigt derzeit in 5 Geschäftseinheiten: Propapier / Papierproduktion – Prowell / Wellpappenproduktion – Prologistik / Logistikdienstleistung – Proservice / Marketing und IT-Support – Profund / Finanzdienstleistung ca. 650 Mitarbeiter und erwartet ein Jahresumsatz von 500 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2009.
Die EnBW Energy Solutions GmbH (ESG) erbringt im Rahmen von Contracting-Modellen energienahe Dienstleistungen und zählt im Bereich Industrie zu den führenden Contracting-Gesellschaften in Deutschland. Als Partner der Industrie finanziert, plant, baut und betreibt sie dezentrale Anlagen zur Energie- und Medienversorgung. Von der ersten Bedarfsanalyse und Konzeption bis zum späteren Betrieb der Erzeugungsanlagen ist die ESG für ihre Kunden da. Sie übernimmt erforderliche Investitionen und entwickelt gemeinsam mit dem Kunden optimale Betreibermodelle. Der Fokus der ESG liegt auf größeren Dampf- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Projekten wie beispielsweise der effizienten Strom- und Dampferzeugung in Industriekraftwerken. (Quelle: europaticker.de)
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